Wiedersehen mit Hollywood – Los Angeles. USA 2014

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Helle Wolken bedeckten den Himmel von Los Angeles als wir gegen sechs Uhr am Morgen aufgewacht sind. Der Wetterbericht hatte uns zwar schon auf 15°C und Wolken vorbereitet, doch am liebsten hätten wir uns einfach umgedreht und weiter geschlafen.

Bei der frühen Uhrzeit wäre das auch absolut legitim gewesen, aber dazu waren wir viel zu aufgeregt. Voller Vorfreude hatten wir den ganzen Tag schon mit Einkaufen und dem Besuch von Hollywood verplant.

Gegen sieben Uhr schafften wir es endlich aufzustehen, zu duschen und unsere Sachen nach ewigem Hin- und Hergepacke für den Roadtrip vorzubereiten. Dieses Mal reisten wir übrigens deutlich entschlackter als beim ersten Mal, wo man sich immer nicht sicher ist, ob die USA nicht doch ein Dritte-Welt-Land sind.

Einkaufen für den Roadtrip

Einer der wichtigsten Momente eines Roadtrips ist das erste Einkaufen. Hier werden wichtige Weichen für die ganze Tour gestellt. Welche Kosmetik habe ich vergessen? Welche Süßigkeiten brauche ich sofort?

Beim Walmart-Einkauf, für den wir bis zu zwei Stunden brauchen, werden erst einmal alle Dinge, die wir noch brauchen gekauft.

Hier meine Einkaufs-Tipps für Roadtrip-Reisende:

  • Handtuch 4 $  (in manchen Motels lege ich meinen Kopf lieber auf ein Handtuch als auf die zweifelhaft saubere Bettwäsche)
  • Decke 10 $ (oft gibt es nur die Laken, welche bei kalten Nächten z.B. in der Wüste nicht ausreichen; den Wolldecken in den Motels vertraue ich nicht)
  • Gewürze/ Salz 5 $ (oft Picknicken wir auf der Reise, Gewürze kann man immer gebrauchen)
  • Taschentücher 3 $ (nicht nur für die Nase, sondern auch für öffentliche Toiletten, denen das Klopapier ausgegangen ist)
  • Mückenspray 5 $ (viel besser als das Deutsche)
  • Deo von Secret 4 $ (riecht zwar ziemlich intensiv, hält aber ewig)

Generell erschlägt uns die Auswahl bei Walmart immer wieder. Wir werden immer dazu verleitet Massen an Süßigkeiten zu kaufen, die dann gerne bis Ende der Reise höchstens mal probiert werden. Jeder, der schon einmal da war, weiß um die magere Auswahl an Obst und Gemüse. Unser nächstes Ziel war daher der Farmers Market bei Hollywood.

Farmers Market

Als wir gegen Mittag ankamen lichtete sich schon der Himmel und die warme Sonne kam durch. Wir schlenderten entlang der kleinen Luxus-Einkaufsstraße – typisch Amerika, die Flaniermeilen mit Cafés sind sehr europäisch gestaltet. Nachdem Katharina ein riesiges Roastbeef-Sandwich verdrückt hatte, fuhren wir zwei Blöcke weiter zu einem Flohmarkt an der Ecke Fairfax Ave / Melrose Ave.

Immer sonntags bieten Einheimische, Händler und allerlei andere „Individualisten“ hier ihre Waren von Lederprodukten über T-Shirts, Möbel und alten Krempel an. Uns hat es dort sehr gut gefallen, denn es fühlte sich an wie das eintauchen in das Los Angeles vor 20 Jahren und weit und breit schienen wir die einzigen Touristen zu sein.

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Runyon Canyon

Die Sonne strahlte nun bei etwa 25°C vom Himmel auf unsere Häupter und wir beschlossen nun in unsere Unterkunft einzuchecken. Wie bei unserer ersten Reise übernachteten wir im Orange Drive Manor Hostel direkt am Hollywood-Strip.

Hier hatte sich nichts geändert, das kleine Haus aus den 30er Jahren ist immer noch liebevoll eingerichtet und von einer jungen, eingewanderten Polin geführt. Das Highlight unseres Tages war die Wanderung im Runyon Canyon, den man als kleinen Bruder des Griffith Park bezeichnen kann.

Die Wanderung dort 2012 hatte uns so beeindruckt, dass wir nun wieder – mittlerweile in Tanktop und Hotpants – die Hollywoodhills bei 30°C mit ein paar verrückten Joggern erklommen. Die Aussicht auf die Stadt und das Hollywoodbowl belohnt jeden, der den Aufstieg wagt.

Wir wanderten bis hoch in die Berge zu den Villen der Stars zum Mullholland Drive. Dort begegnete ich zwei älteren Amerikanern, die mein selbstbewusstes Englisch mal so nebenbei in den Boden stampften („Are you from Boston? No? Haha, joke. Germany, all right?“) Um 16 Uhr waren unsere Füße platt und wir kehrten zurück zum Hostel, nicht ohne noch bei Mickey Mouse, Tom Cruise und Megatron auf dem Hollywoodstrip vorbeizuschauen.

Der letzte Weg des Tages führte uns zu In & Out Burger, wo wir eine halbe Stunde mit dem Auto anstanden – scheint beliebt zu sein. Kaum den Burger gegessen, schliefen wir um 20 Uhr schon fast braun gebrannt und mit platten Füßen ein.

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