Wie Mad Max im Herzen der Wüste – Joshua Tree Nationalpark, Amboy und Laughlin

Freitag, 17. August 2018

3:30 Uhr, Los Angeles, Hollywood

Wach. Schnell umdrehen.

5:50 Uhr, Los Angeles, Hollywood

Nochmal umdrehen. Trotzdem wach. Ok, dann jetzt schnellstmöglich raus aus dem Keller. Der Roadtrip kann jetzt richtig beginnen!

6:20 Uhr, Los Angeles, Ältester McDonalds

In meinen Augen ein geniales Konzept. Der älteste McDonalds wurde so konzipiert, dass man ihn nachts zum Saubermachen einfach durchkärchern kann. Der Nachteil: frühe Gäste sitzen auf nassen Plätzen. Der Putzmann entschuldigt sich. Es gibt Pfannkuchen mit Sauce. Geht besser, aber auch schlechter.

8:00 Uhr, San Bernadino, Highway

Hier geht schon lange keine Sonne mehr auf. Die Luft ist voller Waldbrand. Schnell weiter.

9:10 Uhr, Joschua Tree Stadt

36 Grad und es wird noch heißer. Im Visitor Center werden wir vor aggressiven Bienen gewarnt. Als großer Fan des Trashfilms „Angriff der Killerbienen“ (1995) bin ich begeistert.

9:30 Uhr, Joschua Tree Nationalpark, Hidden Valley Trail

Unsere erste Wanderung! Wir wollen es gleich richtig wissen, sind jung, frisch, motiviert und suchen das Abenteuer. Wir kraxeln durch das Hidden Valley, irren auf den nicht ausgeschilderten Wegen, erklimmen Gesteinsbrocken – ein ganzer Kilometer voller Gefahr und Wüste.

10:10 Uhr, Joschua Tree Nationalpark, Keys View

Wir nähern uns dem Epizentrum der Bienenplage. Im Amerikaforum gab es Berichte von Besuchern, die vor lauter Killerbienen am Keys View nicht einmal aussteigen konnten. Wir tasten uns langsam an die kleine Anhöhe, die den besten Blick über das Tal offenbaren soll heran. Blicken nach links, blicken nach rechts. Was soll ich sagen, weit und breit keine Bienen. Nur Landschaft und Weite.

10:40 Uhr, Joschua Tree Nationalpark, Scull Rock

Schön fürs Foto, sonst nichts los am Scull Rock. Weiter.

11:00 Uhr, 29 Plams  

Alte Pfennigfuchser, die wir sind, shoppen wir im Supermarkt von 29 Palms. In der etwas heruntergekommenen Wüstenstadt lebt es sich billig.

11:20 Uhr, Mohave Wüste

Fahrt in das Zentrum der Wüste. Die Temperaturen klettern unaufhörlich auf die 100 Grad und mehr Fahrenheit. Uns rast ein Cabrio entgegen, vor uns ein rostiger Laster. Mad Max-Feeling.

12:00 Uhr, Amboy

Mitten in der Wüste taucht die Tankstelle von Amboy auf der Route 66 am Horizont auf. Gleißendes Licht und weißer Wüstensand, eine leichte Brise weht uns bei 42 Grad wie ein Föhn entgegen. Für einen Moment verlassen wir unsere Abenteurer-Rolle und werden zum einfachen Touristen. Foto auf der Route 66-Markierung muss halt sein. Was sollen sonst die Verwandten sagen?

14:20 Uhr, Interstate

Nach etlichen Meilen auf dem einsamen Wüstenhighway erscheint der leuchtendblaue Colorado-River wie eine Fata Morgana am Horizont. Flankiert von einem grünen Speckgürtel schlängelt er sich vorbei an Felsmassiven durch die Landschaft auf den Höhepunkt des südlichen Nevada zu: Laughlin

15:00 Uhr, Laughlin

Laughlin: Das Las Vegas des kleinen Mannes. Wem die 40 Dollar pro Nacht in Las Vegas zum Komasaufen zu viel sind, den verschlägt es in die kleine Wüstenstadt. Gleich hinter einer Biegung des Colorado tauchen wie aus dem Nichts Hotelkolosse mit bunten Neonschildern und gingantischen Casinoanlagen auf. Ohne viel überflüssiges Geplänkel, wie Wohnhäuser, lokale Industrie oder irgendeine Form relevanter Infrastruktur fährt man direkt auf den „Strip“. Das ganzen klingt nicht nur absurd, genauso fühlt es sich auch an.

16:10 Uhr, Laughlin, Harrahs Hotel

Wer Jersey Shore, Mallorca Jens und Bier aus Trinkhüten mag, der wird das Harrahs Hotel lieben. Bei über 45 Grad im Schatten kann man eh nicht viel anderes als Saufen. Glücklicherweise ist die Strandarea am Colorado für Kinder gesperrt. Bei hunderten halbnackten Lations im seichten Flussufer weiß man ja nie, was noch so passieren kann. Der Alkohol fließt in Strömen. Laughlin ist nur einmal im Jahr!

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