Wenn bunte Blätter auf alte Kirchen fallen und alte Damen Socken stricken – Nord-Armenien 2009

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Im Oktober 2009 erlebten wir im Norden Armeniens einen traumhaften Herbst. Rund um Eriwan hatten wir das fruchtbare Tal und scheinbar endlos lange Steppen erkundet. Auf unserem Weg nach Norden änderte sich die Landschaft.

Wir tauchten ein in eine bezaubernde Herbstlandschaft, passierten kleine Dörfer und lernten die armenische Gastfreundlichkeit kennen.

Armenische Dorfromantik in Pemzashen

Das kleine Dorf Pemzashen liegt weit abseits der Zivilisation. Unser Besuch der kunsthistorisch bedeutenden Kirche war sicherlich das Highlight der Dorfbewohner für die nächsten Jahre.

Die Dorfbewohner gingen ihrem Alltag nach. Ein paar Männer schlachteten Schweine für den anstehenden Nationalfeiertag und eine alte Dame präsentierte uns stolz ihre reichlich ausgefallene Möhrenente.

 

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Ein denkwürdiger Abend in Marmashen

Gegen Abend erreichten wir die Klosteranlage von Marmashan mitten in der Landschaft. Über eine Stunde waren wir durch die leicht bewaldete Steppe gefahren, als sich uns die mittelalterliche Klosteranlage vor der dramatischen Kulisse eines heranziehenden Gewitters offenbarte.

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Armenische Gastfreundlichkeit

Nach einem langen Tag waren wir bei einer armenischen Familie zum Abendessen gebeten. Das Essen fiel uns, nachdem etwa 90 Prozent der Gruppe mit Ecoli befallen war, eher schwer. Viele hatten das Vertrauen in die Küche verloren.

Dies nur zur Erklärung der etwas miesmutigen Gesichter zu Tisch 🙂 Das Essen war trotzdem sehr liebvoll zubreitetet und unsere Gastmütter sorgten sehr gut für uns.

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Herbstzauber im Sanahin & Haghbat

Nun verließen wir unsere touristische Einsamkeit wieder. Denn im Norden Armenien gibt es zwei sehr bekannte Klöster. Kunsthistorisch sehr ähnlich, erlebten wir die Bauten doch ganz anders.

Sanahin erreichten wir gegen Mittag. Die Sonne stand am Himmel. Die ersten Blätter fielen von den Bäumen und die Landschaft war in das sanfte gelbliche Licht des Frühherbstes eingetaucht. Alte Damen saßen an den Straßen und verkauften selbstgestrickte Socken an die Touristen.

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Abends hatte sich der Himmel zugezogen als wir in Haghbat ankamen. Die Touristenshops waren längst geschlossen und es roch nach Regen. In der aufbrechenden Dunkelheit strahlte das verwinkelte Kloster fast eine bedrohliche Stimmung aus.

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Nebulöse Suche nach Makaravank

Morgens früh fuhr uns Busfahrer Simon eine matschige Straße auf einen mysteriösen Berg. Umgeben von dicken Nebelschwaden erkannten wir gerade einmal die seitliche Straßenmarkierung.

Zwei Kilometer vor unserem Ziel mussten wir aussteigen – die Bus hatte sich festgefahren. Ohne Karte aber mit viel Mut gingen wir zu Fuß in den nebligen, dunklen Wald. Auf der Suche nach dem Kloster begeneten wir zwei Einsiedlern die uns den Weg lotsten (keine Ahnung, wie die in diesem gottlosen Nirgends exisiterten).

Vorbei an verwurzelten Bäumen versprührte der Wald eine magische Stimmung. Auch das Kloster lag im Nebel, verborgen wie ein mythisches Reich aus längst vergessenen Tagen!

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Bunter Herbst im Kloster Goshavank

Wegen seiner Katschkare ist die Klosteranlage in Goshavank über die Grenzen Armeniens hinweg berühmt. Als eine der wenigen Klöster gibt es hier sogar Hinweistafeln in Armenisch und Englisch.

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