Warum lebten die Indianer im Mesa Verde Nationalpark in der Schlucht?

Dienstag, 21. August 2018

7:30 Uhr, Moab, Hotel

Klassisches amerikanisches Frühstück: Kaffee aus einem Schaumstoffbecher, Waffeln mit Plastikgabel auf Pappteller und Joghurt mit Plastiklöffel. So spart man nicht nur den Abräumservice, sondern auch gleich die ganze Küche. Unser morgendliches Mahl wird uns vom Gesang der verrückten Hotelangestellten versüßt, die mich mit irren Augen nach unserer Reise fragt. Creepy.

9:00 Uhr, Highway

Fahrt über die Staatengrenze nach Colorado. Ein neues Bundesstaat für meine Liste. Check.

10:00 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, Eingang

Eine bedrohliche Wolkenfront verfolgt uns. Im Parkeingang schnell ein Ticket für die Cliff Palace-Tour gekauft. Was es da zu sehen gibt? Keine Ahnung, irgendetwas muss man ja machen.

11:15 Uhr, Mesa Verde Nationalpark

Nach über einer Stunde auf 2000 Meter Höhe angekommen. Zum Glück ist das Gewitter noch langsamer.

11:40 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, Eingang Cliff Palace

Seid 10 Minuten hören wir die Sicherheitshinweise unserer Guide Jacky, die uns die Gefahren des Abstiegs in die Indianerstadt in schillernsten Farben schildert. Erste Teilnehmer sind bereits abgesprungen. Zu gefährlich oder Erklärungen zu lang? Wir wissen es nicht.

11:50 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, Cliff Palace, oben

Endlich geht es los! Ein bisschen nervös sind wir schon, ob der zu erwartenden extrem steilen, rutschigen Treppen und grässlich tiefen Abgründe. Richtige Bad Motherfucker, diese Indianer, die trotz solch schwerer Zugänglichkeit dort eine ganze Stadt erbaut haben.

12:00 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, Cliff Palace, unten

Die letzten, gebrechlichen Best ager haben die beiden Leitern mit jeweils fünf „hardcore dangerous“ Stufen nun auch bewältigt und vor uns liegt ein breiter Wanderweg von etwa 50 Metern bis zur Indianerstadt. Puhh, dass das alle überlebt haben, grenzt an ein Wunder.

12:30 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, Cliff Palace

Nach 30 Minuten ist der Zauber auch schon vorbei. Wir durften nichts anfassen, nirgendwo reingehen und unsere Guide wusste nur zu berichten, dass niemand weiß, warum die Indianer den ganzen Kram eigentlich angelegt haben. Geschichte, die begeistert.

13:00 Uhr, Mesa Verde Nationalpark, irgendwo

Solange es noch nicht regnet fahren wir planlos ein paar View Points ab. Nach dem fünften Ausblick auf ein Cliff House sind wir gesättigt und gewillt zu glauben, dass es in der Region wirklich bisher über 600 gezählte Indianerunterkünfte in den Schluchten gab. Trotz der unglaublichen Masse an Funden, weiß bis heute niemand, warum die Ureinwohner, die zuvor in den fruchtbaren Ebenen Landwirtschaft betrieben hatten, Felsenbehausungen und -städte bauten. Kriegerische Handlungen, Hungersnöte, Krankheiten, Schutz vor Witterung? Die Wahrheit liegt oft irgendwo in der Mitte.

Die im Park zu besichtigenden „Pithouses“, eine Art Erdhäuser der noch früheren Indianer, lassen jedenfalls nicht vermuten, dass die Wohnsituation vorher wesentlich komfortabler gewesen ist.

13:45 Uhr, Mesa Verde Nationalpark

Der Regen und das schlechte Wetter, welche uns seit dem Joshua Tree Nationalpark verfolgten, hatten uns endlich erreicht. Mit den ersten Tropfen auf der Windschutzscheiben fliehen wir gen Osten.

16:30 Uhr, Highway Colorado

Die steppenartige Landschaft wandelt sich je höher wir kommen. Pinienbäume und dichte Tannen schmücken die Berghängen. Die mondänen Skiorte Telluride und Aspen lassen wir links liegen. Auf uns wartet der Million-Dollar-Highway. Die laut Fokus Online gefährlichste Straße der USA beeindruckt uns nicht nachhaltig. Jede Straße in Südeuropa hat mehr Gefahrenpotential als diese einspurige Schnellstraße. Immerhin viele spaßige Kurven. Juhuuu!

18:00 Uhr, Ridgeway

In eine bezaubernde Berglandschaft eingebettet liegt der Ski-Ort Ridgeway. Es regnet immer noch. Es ist das teuerste Hotel unserer Reise. Wir erwarten einiges.

18:40 Uhr, Ridgeway, Indoor-Pool

Liegen im Hot Tup während ein Unwetter draußen tobt. Erwartungen erfüllt.

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