Wanderparadies an der Ostküste – Arcadia National Park. USA 2016

Nach einer – dank Oropax – sehr ruhigen und erstaunlich kühlen Nach in unserer kleinen KOA-Hütte wachte ich pünktlich zur Öffnungszeit der Duschen um kurz vor acht Uhr auf. Wegen der aktuellen Dürre wurden die Duschzeiten im KOA nämlich stark reglementiert. Wir befürchteten schon eine lange Schlange, aber Glück gehabt!

Bei einem kurzen Frühstück am Picknicktisch vor unserer Hütte planten wir den Tag. Wir hatten uns mehrere kurze Wanderungen vorgenommen und wollten früh los, da der Reiseführer vor Parkplatznot an den beliebten Attraktionen warnte.

 
web Arcadia National Park Visitor Center
 

Glücklicherweise sind die Strecken auf der Halbinsel relativ kurz. Schon nach 20 Minuten erreichten wir das Visitor Center am Eingang des einzigen Nationalparks im Nordosten der USA. Der Arcadia ist auch bei den Einheimischen sehr beliebt und wir entdeckten Autokennzeichen aus den ganzen United States und sogar Kanada.

Bereits um 9 Uhr war der Parkplatz am Visitor Center gut gefüllt, daher hielten wir uns nicht länger auf als nötig. Die kurze 4 km Wanderung um den Jordan Pond stand als erstes auf dem Plan.

 
web Arcadia National Park Jordan Pond5
 

Die Sonne lachte vom Himmel als wir einen der letzten Parkplätze am Trailbeginn ergatterten. Die Wanderung entlang des Ufers des Sees ist einfach wunderschön.

 
web Arcadia National Park Jordan Pond6
 
web Arcadia National Park Jordan Pond
 

Durch die Bäume vor den Sonnenstrahlen geschützt wanderten wir entlang des Wassers und grüßten allerlei entgegenkommende Wanderer. Etwa in der Mitte des Trails trennten Katharina und ich uns, da ich den Aufstieg zum Bubble Rock wagen wollte.

 
web Arcadia National Park Jordan Pond4
 

Unser Reiseführer hatte deutlich vor der Steigung und dem benötigten Klettergeschick gewarnt, weswegen Katharina lieber weiter langsam um den See schlendern wollte. Der Anstieg zum Bubble Rock ist tatsächlich nicht ohne.

 
web Arcadia National Park Bubble Rock Trail1
 

Etwa 600 Meter geht es steil bergauf und ich kletterte entlang von Felsen und Felsstufen steil bergauf. So atemberaubend der Blick auch war, gab ich wegen steigender Höhenangst auf.

 
web Arcadia National Park Bubble Rock Trail
 

Immerhin hatte ich nach Angaben wieder absteigender Wanderer ¾ der Strecke geschafft! Mit Musik im Ohr beendete ich den Trail und traf Katharina am Eingang wieder.

Die zweite Hälfte des Jordan Pons Trail erfordert auf Felsenetappen und Bohlenwegen auch ein wenig Geschick, ist aber grundsätzlich Anfänger geeignet.

 
Arcadia National Park Jordan Pond3
 
web Arcadia National Park Jordan Pond1
 

Wegen seiner Aussicht auf den See, der nicht vorhandenen Steigungen und der angenehmen Länge kann ich den Trail jedem Arcadia-Reisenden mit gutem Gewissen ans Herz legen!

Vom Jordan Pond ist es nur ein Katzensprung zum Cadillac Mountain, dessen 1.500 Feet uns erfahrenen Mt. Washington-Erkimmern natürlich nichts mehr ausmachen konnten.

 
web Arcadia NP Cadillac Mountain2
 

Am Parkplatz standen wir erstmal ein paar Minuten im Stau. Obwohl es kein Wochenende war, platze der Park gefühlt aus allen Nähten. Für den majestätischen Blick über die ganze Region hat sich das Warten aber definitiv gelohnt.

 
web Arcadia NP Cadillac Mountain
 

Wegen der sengenden Hitze, die auch auf der Bergkuppe kaum weniger zu sein schien, verzichteten wir auf den Trail und zogen weiter. Langsam war es Mittagszeit und wir überlegten uns ein ruhiges Plätzchen am Sandbeach oder Hunters Beach zu sichern.

Leider hatten wir aber keine Chance, denn die Schlange der parkenden Autos am Straßenrand zum Eingang der Strände war – ungelogen – Meilenlang. Auf eine Wanderung entlang der heute viel befahrenen Straße wollten wir lieber verzichten.

 
web Arcadia National Park Jordan Pond7
 

Durch das Schild „Woodland-Stables“ neugierig geworden, fuhren wir etwas später von der Parkstraße ab und machten bei den Pferdeställen des Parks Pause. Hier sind die Pferde für die Kutschtouren auf den Carriage-Roads untergebracht.

Die Carriageroutes sind breite Wander-, Rad- und Reitwege mitten durch den Park. Leider sind es zumeist nur Waldrouten ohne Blick auf die Küste, weswegen wir bei unserem kurzen Aufenthalt darauf verzichteten.

Wegen der unglaublichen Menschen- und Autofülle der Hauptroute im Park, verließen wir diese und bogen in Richtung Desert Island ab und gleich wurde es ruhiger… Spontan beschlossen wir den kurzen Wonderland-Trail zu wandern.

 
web Arcadia NP Wonderland Trail1
 

Nach einem kurzen, aber schönen Marsch durch einen lichten Wald erreichten wir einen Strand. Die im Reiseführer angekündigten pinken Gesteinsformationen konnten wir aber nicht entdecken. Meiner Meinung nach war die maximal rotbraun, aber trotzdem schön.

 
web Arcadia NP Wonderland Trail
 
web Arcadia NP Wonderland Trail2
 

Stattdessen fanden wir zwischen den Steinchen am Wasser aber kleine Schneckenhäuser. Da es immer noch sehr sonnig-heiß und nirgendwo ein schattiger Platz war, kehrten wir entgegen unseres ursprünglichen Vorhabens etwas Pause zu machen, zum Auto zurück.

Ganz an der Südspitze der Halbinsel befindet sich das Bass Habour Lighthouse. Auch hier standen wir für einen Parkplatz in einer Autoschlange an, und wurden sogar von einem wütenden Amerikaner in Riesen-SUV überholt, weil wir nicht schnell genug einparkten…

Dadurch lassen wir uns natürlich nicht den Urlaub vermiesen, sondern spazierten zum kurzen Trail. Nach einem kleinen Waldstück geht es eine Treppe hinab und dann heißt es wieder klettern.

 
web Lighthouse
 

Auf den Felsen suchte ich mir den Weg ganz bis an das Ufer, von dessen äußerster Spitze man den besten Blick auf den immer noch aktiven Leuchtturm hat.

Die Kletterei scheint bei den Amis Volkssport zu sein und auch nicht deren übergewichtigste Vertreter davon abzuhalten auf den – nicht ganz ungefährlichen und ungesicherten Felsen herumzurutschen.

 
web Lighthouse1
 

Der Leuchtturm war unser letztes Ziel an diesem Tag. Wir wollten noch etwas in unserer KOA-Hütte entspannen bzw. noch besser: Waschen 🙂

 
web KOA Woodlands
 

Wir beobachteten das Treiben auf dem Campingplatz und genossen die untergehende Sonne von der Veranda aus. Bei einem abendlichen Spaziergang über das Gelände entdeckte ich am anderen Ende des KOA eine Hüpfmatraze.

Da keine Kinder in der Nähe waren nutze ich die Chance und hüpfte im sanften Licht der untergehenden Sonne wild drauf los. Ein toller Abschluss für einen tollen Tag!

 
Kosten und Organisation
 
 
35 $ p.P. Ü KOA Woodlands
15 $ Einkaufen
12,50 $ Eintritt Arcadia National Park
____________________________________
Summe 62,50 $

Kommentar verfassen