Wanderfreuden, Wasserfälle und viel Sonne – Übers Wochenende ins Allgäu 2014

Waschtag im Allgäu

 

Auf in den sonnigen Allgäu!

Sanfte Hügellandschaften, satte, grüne Wiesen und die aufragenden Alpengipfel am Horizont –  Wer hätte es gedacht, der Allgäu empfing uns in seinen schillerndsten Farben. Spontan hatten meine Nachbarin und ich unseren Kurzurlaub nach Stockholm wegen schlechter Flugverbindungen abgesagt und entschieden uns noch spontaner für das beschauliche Scheidegg im Westallgäu.

Berghaus im Allgäu

Die Wetterprognosen waren katastrophal: Regen, Regen, Regen am ganzen Wochenende. Ganz anders sah es vor Ort aus. Nachdem wir eine ziemlich kurvige Serpentinen-Straße hinter uns gebracht hatten, empfing uns die strahlende Sonne und knallblauer Himmel.

Wanderschaft in Scheidegg

Schnell in unserem Hotel Montfort mit klassischem 90er Jahre Charme eingecheckt, erkundeten wir die Gegend um Scheidegg. In der Touristinfo mitten in dem kleinen Touristenörtchen hatten wir uns vorher mit Wanderkarten und Informationsmaterial versorgt. Die Wanderwege in der Region sind idiotensicher gekennzeichnet.

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Zurzeit war Heuernte, sodass wir beim Verlassen des Dorfes vorbei an endlosen Wiesen mit erntenden Traktoren vorbeikamen. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir zu den nahegelegenen Dörfern und genossen die ländliche Umgebung und Ruhe.

 

Scheidegger Wasserfälle

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Auf dem Land

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St. Martina Kapelle aus dem 16. Jahrhundert

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Panoramablick am Abend

Für unglaublich günstige 14 € zusätzlich erhielten wir täglich  im Restaurant Fünfländerblick ein Drei-Gänge-Menü zum Abendessen. Von außen etwas unscheinbar, bot das Lokal auf der Sonnenterasse einen überwältigenden Panoramablick auf die Alpen und den Bodensee in der Ferne. Abends ließen wir uns an diesem Wochenende von den Dirndl tragenden Kellnerinnen mit Hirsch, Röstbraten und Fisch versorgen. Ganz wichtig für das Selbstverständnis der Damen war „Hier gibt es keine Pommes – wir kochen selbst“ – hat man auch geschmeckt!

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Ausflug nach Lindau am Bodensee

Für den zweiten Tag war tristes Wetter und Regen angesagt. Ein perfekter Tag zum Einkaufen und Stadtbesichtigungen. Früh morgens fuhren wir ins nahegelegene Lindau am Bodensee. Samstags mitten im August bekommt ihr keinen Parkplatz, warnte uns unsere Gastwirtin beim etwas spärlichen Frühstück vor. Noch vor zehn fanden wir aber eine perfekte Parkgelegenheit direkt vor der Lindauer Insel.

 

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Auch wenn die historisch bebaute Insel mit seinem bunt bemalten Rathaus, kleinen Gassen und Boutiquen einladend für Tagestouristen ist, gibt es dort nicht viel zu erkunden bei leichtem Nieselregen. Zufällig stießen wir auf den Bahnhof, erwischten eine S-Bahn und zuckelten nach Bregenz. Mein Ziel der Reise war es nämlich einmal nach Österreich zu fahren, wenn auch nur kurz.

 Bei Regen in Bregenz

Die Fahrt dauerte 15 Minuten und wir kamen vom Niesel- in den Starkregen. Nass wie Fische retteten wir uns in eine DM-Drogerie und warteten auf das Ende des Platzregens. Später verzog sich die Regenfront wieder und die Sonne brach vereinzelt hervor.

 

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Bregenz ist eine kleine Stadt, die zum Einkaufen einlädt und moderne Architektur bietet. Wir beschränkten uns auf einen Besuch der Altstadt, die sehr schön aber leider nicht touristisch erschlossen ist. Unter den abschreckenden Augen eines ausgestopften Fisches im Stadttor wanderten wir zurück zum Hafen und schifften mit einer der vielen Bodenseefähren zurück nach Lindau.

 Entspannung am Nachmittag in Scheidegg

Gegen späten Nachmittag in Scheidegg hatte sich das schlechte Wetter verzogen und die Sonne schien bei 30°C vom Himmel. Zeit sich etwas im Garten des Hotels zu bräunen, der nächste Tag sollte sehr anstrengend werden…

6

 

Über Stock und Stein – Tageswanderung zum Pfänder

Punkt neun Uhr wanderten wir los. Über 30 km hin und zurück wollten wir zum Pfänder, einem 1000 Meter hohen Berg über Bregenz wandern.

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Morgens noch etwas diesig und frisch, klärte das Wetter im mehr auf und wir stapften über Stock und Stein durch Wälder, Wiesen und Bergdörfer der erlösenden Bergkuppe entgegen.

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Nach etwa dreieinhalb Stunden hatten wir mitunter Kräfte zehrenden Steigungen den Pfänder erreicht. Beim Anblick der horrenden Preise entschieden wir uns gegen einen deftige Portion Kaiserschmarrn am Gipfel mit Blick auf den Bodensee.

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Ein paar Fotos geschossen, ein Eis auf die Hand und schon ging es dieselbe Strecke zurück. Scheidegg – Pfänder scheint eine sehr beliebte Wanderroute zu sein, denn uns begegneten auf Schritt und Tritt andere Wanderer.

 Kletterabenteuer im Allgäu skywalk

Das besondere Highlight des Tages war der Besuch des skywalk Allgäu. Auf bis zu 25 Meter hohen Hängebrücken wanderten wir auf Höhe der Baumwipfel. Trotz meiner Höhenangst machte ich sogar beim Erlebnispfad mit und kletterte auf Netzen in schwindelerregender Höhe herum. Wenn da Fünfjährige schaffen, wird das ja wohl nicht so schwer sein, dachte ich mir.

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Abschied mit Drei-Gänge-Menü

Insgesamt waren wir sieben Stunden unterwegs als wir das Scheidegger Ortsschild passierten. Vollkommen abgekämpft und mit schmerzenden Füssen erreichten wir unser Hotel.

Noch zwei Stunden Sonne tanken im Garten und es war Zeit für unser letztes Abendessen auf der Panoramaterasse. Mit stark versalzenem Fisch und einer grandiosen Aussicht endete unser Wochenende ins Allgäu!

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Kurztrip

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