Sightseeing am Containerhafen – Bremerhaven 2014

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Das vorletzte Oktoberwochende sollte noch einmal den Sommer zurückbringen nach Deutschland. Voller Vorfreude strömten die Menschen in die Parks, an die Seen und in die Innenstädte. Es hätte das perfekte Wochenende werden können – hätte es nicht den großen Bahnstreik gegeben. Statt strahlender Gesicher verzogen sich die Mundwinkel vieler Reisender eher nach unten.
Obwohl ich mit dem Auto die lange Reise von Heidelberg nach Bremerhafen (immerhin 650 km aka 6 Stunden mit Zwischenstopp in Hannover) antrat, war ich auch ein Opfer der Lokführergewerkschaft. Ganze sechs Stunden durfte ich mit meiner quengelden Mitfahrgemeinschafts-Truppe auf den Autobahnen nach Hannover schleichen.
Immerhin war die Fahrt somit für mich bis dahin umsonst, als ich gegen 20 Uhr in Hannover in das Auto einer Freundin stieg und wir uns bei nun freier Fahrbahn in die raue Küstenstadt Bremerhafen aufmachten.

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Wir besuchten eine Studienfreundin, die es nun hoch in den Norden verschlagen hatte. Ziel des Besuchs war es, uns von der überwältigenden Schönheit der oft unterschätzen Hafenstadt zu überzeugen.
Jenni hatte sich dafür ein paar besondere Highlights zurechtgelegt, die es an diesem Wochenende abzuarbeiten galt:

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1. Die Innenstadt Bremerhafens

Um eines gleich einmal festzuhalten: Wer hier eine Jogginghose trägt, braucht sich nicht zu schämen, und: Wer eine solche Kaufen möchte, braucht nicht lange zu suchen. Ob KiK, Woolworth, Mandys Handyshops oder Secondhand-Läden – hier ist für jeden stilsicheren Samstagsshopper etwas Nettes dabei.

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Ein weiterer Vorteil: Einkaufsgedränge braucht man hier nicht zu fürchten, zumindest nicht vor 14 oder 15 Uhr, wenn der durchschnittliche Bremerhafener aufsteht.

 

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2. Direkt am Strand

Als wir uns durch die vollen Gassen des Shoppingzentrums gekämpft hatten, waren wir direkt am Wasser. Der Blick über das Becken ist beeindruckend und der Wind bließ uns ins Gesicht.
Zu unserer linken Hand war ein Strand aufgehäuft – macht im Sommer sicher mehr Spaß – und nach rechts ging es zum historischen Hafen. Der Blick auf das Foto zeigt, dass wir im Gegensatz zu Restdeutschland eher durchschnittliches Herbstwetter hatten, also entschieden wir uns lieber für den Hafen.

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3. Der historische Hafen

Der historische Hafen sehr schön und atmosphärisch, es gibt viele Museen und Schiffe, die zum Erkunden einladen. Ehrlich gesagt,  haben wir hier gar nichts unternommen und sind ohne einen Zugewinn an nautischer Bildung zielsicher zum Zoo weitergegangen.

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4. Eisbären und Robben im Zoo

Spektakulär war dagegen der kleine Zoo Bremerhafens, von dem aus die primär nordischen Tier direkt auf das Meer schauen können. Auch wenn die Anlage klein ist, kann man hier bis zu zwei Stunden lang den Robben beim Tauchen, den Eisbären beim Spielen oder den Affen beim Streiten zuschauen ohne das es langweilig wird.

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5. Industriecharme am Containerhafen

Der ganze Sonntag war dem Thema Hafen gewidmet. Über eine lustige Drehbrücke, an der wir 30 Minuten warten mussten, weil ein Kran-Schiff oder was auch immer vorbeifuhr, ging es in das Zentrum des größten Autoumschlagplatzes Europas.

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Unsere Tour begann an einer extra für Touristen hergerichteten Aussichtsplattform mit Blick auf das ganze Hafengelände. Unser Blick schweifte über riesige Flächen mit Material für Windkraftanlagen, bunten Containerlagern und überdimensionalen Autoparkplatz-Flächen.
20141019_124642Den nächsten Stopp legten wir an dem Touristenanziehungspunkt diesen Sonntag ein: Der Quantum of the seas. An dem Mega-Kreuzfahrschiff wurde noch der letzte Schliff getätigt, bis es noch vor Ende diesen Jahres seine Jungfernfahrt starten wird.
Wir durchwanderten ein Gewirr an Fluren, stiegen Treppen auf und ab. Begegneten Eltern mit Kinderwägen, rüstige Rentner und pubertierenden Kids – Halb Bremerhafen schien auf der Suche nach dem besten Aussichtsfenster zum großen Ozeandampfer zu sein. Endlich angekommen wurden wir gleich von einer findigen Touri-Tour-Verkäuferin zum Deck des Schiffes aufgegabelt. Dort endete unsere Tour zur Quantum of the seas, denn so aufregend war das Schiff nicht, als dass wir für einen besseren Blick Geld bezahlen…

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Da es immerhin nicht regnete, entschlossen wir uns zum Deich etwas außerhalb der Stadt zu fahren und uns den abwechslungsreichen Containerhafen noch einmal von dort aus anzuschauen. Die funktionalen Anlagen des Hafens bildeten von dieser Pespektive aus einen starke Kontrast zur ländlichen Umgebung außerhalb Bremerhafens und zeigten uns, dass es auch hier schön sein kann. (Naja, vielleicht im Sommer, wenn die Sonne scheint…)

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