Oasen mitten in der Wüste – Joschua Tree National Park und Palm Springs. USA 2014

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Gleißende Sonne am morgen

Dem Rat des Park Rangers folgend, waren wir um halb acht Uhr morgens am Startpunkt des 49 Palms Oasis – Wanderwegs. Insgesamt 4,5 Meilen hin und zurück führte den Weg zu einer Palmengeschützten Oase mitten in der Wüste.

Schon morgens brannte die Sonne ohne Gnade vom Himmel. Für mich wurde die Wanderung zu einer Qual. Mein verzerrtes Bein meldete sich beim ständigen Auf und Ab durch die steinige Wüste immer stärker und ich muss zu meiner Schande gestehen – ich hatte mein Wasser vergessen.

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Eingedeckt mit Schokolade ohne Ende, Kaugummi und Handschuhen (?!?) schämte ich mich so sehr, dass ich die Wanderung ohne ein Kommentar durchhielt. Das war wohl die Strafe dafür, dass ich mich über die endlosen Warnhinweise und –litaneien nicht ohne Wasser in die Wüste zu gehen lustig gemacht hatte.

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Der Wanderweg führte auf einen Berg hinauf. Zwischen den trockenen Steinen brachen vereinzelt kleine, leuchtenden Blüten von Wüstenpflanzen hervor. Auf dem Berg offenbarte sich ein atemberaubendes Panorama auf die platte Wüstengegend.

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Palmen-Oase in der Trockenheit

Das Ende des Trails befindet sich eine kleine Wüstenoase mit Wasser und 29 Palms (Nein, wir haben nicht nachgezählt). Nach nur kurzer Pause stapften wir aber schon wieder zurück zum Parkplatz. In einer Palme hatte es geraschelt und wir mit unserem schon leicht versengten Kopf glaubten, es könnte ein Puma sein.

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Ohne Bissspuren einer Großkatze und beschämenderweise zweimal überholt durch einen Ultrajogger, verzogen wir uns schnell in unser Auto. Gegen neun Uhr glühte die Sonne und das Thermometer kletterte zielsicher auf die 40°C zu.

Ein Roadtrip im Backofen

Für den restlichen Tag verzichteten wir auf weitere Wanderungen. Quer durch den Park führte uns der Weg. Endlich begegneten wir auch den Joschuas. Die riesigen Palmlilien werden bis zu 15 Meter groß und stehen mehr oder weniger dicht gedrängt auf dem Gelände des Nationaparks.

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Die Mormonen verglichen die Bäume mit den dünnen, ausgestreckten Ästen mit den Armen des alttestamentarischen Volksführers Josua.

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Mein zweiter Fauxpax des Tages war die immer niedriger werdende Tanknadel in unserem Auto. Wir brauchen nicht mehr tanken, dass schaffen wir locker, hatte ich am Morgen noch behauptet, weil ich keine Lust hatte tanken zu fahren. Bis Indio reichte der Tank dann aber zum Glück noch knapp aus.

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Am Key View genossen wir den wunderbaren Ausblick, schauten in die Augen des legendären Skull Rock und bestaunten die Mini-Joschuas in der Nähe der Jumbo Rocks.

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Bei mittlerweile über 40°C verließen wir das Auto aber nur noch kurz zum Fotografien. Um der Mittagshitze im Park zu entkomme, verließen wir den Park noch vor 12 Uhr mittags.

20140408_111756Wasser und anderer Luxus in Palm Springs

Da es noch zu früh war, um im Motel einzuchecken, düsten wir spontan in das mondäne Palm Springs. Die Stadt mit ihren grünen Rasenflächen, Golfclubs und Highclass-Villen taucht wie eine Oase inmitten der bräunlichen Wüstenlandschaft auf. Als Fluchtort für alle Oberschichtler, die den Trubel in Los Angeles satt haben, hat sich in Palm Springs eine hohe Lebensqualität erhalten.

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Clever wie wir sind besichtigten wir bei 40°C im Schatten den Wüstenzoo von Palm Springs. Spannenderweise dreht sich dort alles um das Thema Wüste – lange nicht gesehen. Die Gärten und Pflanzenwelt links liegen lassend schleppten wir uns von einer schattigen Bank zur Nächsten und beobachteten Bergziegen, Kamele, Vögel und viele Tiere mehr.

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Der Zoo fügt sich sicher in seine landschaftliche Umgebung ein und bietet mit einer Mischung aus Park und Unterhaltung eine nette Nachmittagsunterhaltung. Das Highlight des Parks, eine frisch geborene Giraffe, versteckte sich leider hinter einem kleinen Hügel. Zu sehen waren nur die Hälse seiner Eltern.

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Völlig abgekämpft und durchgeschwitzt erreichten wir nach einigem Hin und Her – Indio hat zwei Motel 6 – endlich unsere Unterkunft. Zu früh gefreut, denn in der Umgebung des Motel 6 gab es weit und breit keine Möglichkeit an etwas Essbares zu kommen. Ironischerweise mussten wir nochmal zum anderen Motel 6 zurück, wo wir fälschlicherwiese zuerst einchecken wollten, um dort einzukaufen.

Unterkunft

Motel 6 Indio (2 Queensize-Betten)

** von ***** Sternen

Essen

Ben & Jerrys: Everything

***** von ***** Sternen

Wetter

42°C Palm Springs

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