Natürliche Idylle und Waldesruh im Märkischen Viertel – Berlin. 2014

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Ein Wochenende in Berlin ist von Heidelberg aus eine halbe Weltreise. Für eine Hochzeit fuhr ich Freitag achteinhalb Stunden mit dem Bus hin und sechseinhalb Stunden mit der Bahn am Sonntag zurück. Für Samstag war die Hochzeit angesetzt.

Schon am ZOB empfing uns hektisches Großstadtgewusel. Eilende Fahrradfahrer, hupende Autos und massenweise IFA-Besucher erwarteten uns in Deutschlands Hauptstadt.

Ich hatte mich bei Freunden im Märkischen Viertel einquartiert – das heißt in Berlin noch einmal eine Stunde Straßenbahnfahrt. Die Wege sind lang.

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Von den Hochhaussiedlungen im Märkischen Viertel, ganz im Norden Berlins, offenbart sich ein wunderschöner Blick auf das Stadtpanorama.

Am Sonntag früh war ich ausgelaugt von der Hochzeit und der endlosen Straßenbahnfahrt in der Nacht. Spontan wurde ich statt einer Sighseeing-Tour durch die hippen Teile Berlins, zu einem Spaziergang im nahe gelegenen Naturschutzgebiet eingeladen.

Mitten im legendären „Block“ von Rapper Sido, der im Märkischen Viertel auswuchs, war eigentlich keine ländliche Idylle zu erwarten…

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Aber falsch gedacht! Nachdem wir uns zehn Minuten durch ein paar Wohnhausblocks geschlängelt hatten, erreichten wir den ehemaligen Grenzstreifen. Dieser ist heute eine begrünte Fläche mit einem Fahrradweg mitten hindurch. Alle paar Minuten sprangen wir an den Wegrand, um ein paar Sonntagsfahrer auf dem Fahrrad durchzulassen.

Der Himmel präsentierte sich in dem schleierhaften Blau der frühen Herbsttage. Die ersten Blätter fielen, aber es war warm und angenehm.

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Nach ein paar hundert Metern verließen wir den leicht bewaldeten Grenzstreifen und traten in die Natur ein. Hier erinnerte nichts mehr an die pulsierende Metropole in unserem Rücken. Leichte Hügel und saftige Wiesen erinnern an ein landschaftliches Idyll.

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Hinter einem Bahngleis mitten auf einer Wiese entdeckten wir einen Apfelbaum, zu dem wir uns durch hohes Gras durchkämpften. Die Äpfel waren rot und saftig.

Unser weiterer Weg führte uns in einen kleinen Park. Auf einem der leichten Hügel schauten wir auf das Märkische Viertel.

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Im Frühherbst waren nun auch die letzten wilden Rosen abgeblüht und an den Büschen hingen Hagebutten. Vor dem strahlend blauen Himmel sind sie die Vorboten eines bunten Herbstes.

Später stellten wir fest, dass unser pitoresker Park mit den sanften Hügeln auf einer ehemaligen Müllhalde gebaut wurde. Zwar etwas befremdlich, aber trotzdem schön 🙂

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Gut zwei Stunden waren wir durch das Erholungsgebiet geschlendert. Auf dem Rückweg entdeckten wir einen aufgegebenen Minigolfplatz, den sich die Natur Stück für Stück erobert.

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Als ich am Freitag zum achten Mal nach Berlin reiste, dachte ich, dass ich dort vom Bundestag über die Siegessäule bis hin zum Ramones-Museum schon alles gesehen hätte. Dieses Mal überraschte mich die Stadt mit ihrer grünen Seite. Es gibt wohl noch vieles zu entdecken!

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