Mystische Burgenlandschaften im Nebel – Südlicher Pfälzerwald 2016

Der Pfälzerwald ist mit seinen bewaldeten Hügeln der größte Nationalpark Deutschlands. Mitte Juli 2016 – ja, es war bis dahin ein enttäuschender Sommer – erlebten wir den Wald und die Burgen der Region bei feuchtem Klima und mystischem Nebel.

 

Burg Trifels

Entlang der Weinstraße fuhren wir in den Wald ein und wurden von leichtem Nieselregen und dichtem Hochnebel begrüßt. Über verschlungene Serpentinen und mit einer Ehrenrunde um das Ausflugslokal wanderten wir zur berühmten Burg Trifels. Die letzten 200 Meter ging es steil bergauf, wer nicht fit ist, sollte besser daheim bleiben. 

Oben angekommen offenbarte sich ein atemberaubender Blick über den Wald bis ins Rheintal. Nebelschwaden zogen über die Berge und Felsen.

 

Burg Trifels4

 

Burg Trifels5

 

Die Burg ist berühmt dafür, dass einst Richard Löwenherz hier gefangen gehalten wurde. Die Lösegeldzahlungen für seinen Freikauf führten im mittelalterlichen England zu einer mittelschweren Staatskrise. Fast einen Monat fristete der englische König sein Dasein in der, zugegebenermaßen ganz ansehnlichen Burg.

 

Burg Trifels2

 

Burg Trifels1

 

Weitere Berühmtheit erlangte der Trifels als Aufbewahrungsstätte der Reichsinsignien. Heute sind diese nur noch als Nachbildungen in der Burg zu sehen. Selbst Kaiser Friedrich Barbarossa ließ es sich nicht nehmen hier vorbeizuschauen. Zufällig vergaß er zwei bleierne Papstbullen, die heute in den Räumlichkeiten präsentiert werden.

 

Burg Trifels

 

 

Burg Drachenfels

Nach einer erfolglosen Suche nach der Ruine Burg Falkensteins, entschieden wir uns spontan ins idyllische Busenheim zu fahren. Die dortige Burg Drachenfels machte uns allein wegen ihres Namens neugierig.

 

Burg Drachenfels7

 

Der Aufstieg hier war nur kurz, aber heftig. Drachenfels liegt auf einer natürlichen Felsenfomation. Die Burg hat den Felsen quasi durchdrungen. Kleine Kammern wurden in das Gestein geschlagen, die höchste Stelle als Bergfried genutzt und einfach alles mit Fachwerk umfasst. Heute findet man davon nur noch Spuren…

 

 

Burg Drachenfels6

 

Der „Backenzahn“ ist die höchste Stelle der Burg. Ganz oben auf dem Dach befindet sich eine Zisterne. Der rutsche Aufstieg über SEHR ausgetretende mittelalterliche Treppen ist etwas abenteuerlich, aber der 360° Ausblick lohnt die Mühen.

 

Burg Drachenfels5

 

Burg Drachenfels4

 

Wie auf einem Abenteuerspielplatz gibt es auf der Burg überall etwas zu entdecken. Ganz unerwartet spürten wir schlussendlich auf den namensgebenden Drachen auf. Er ist am ehemaligen Rittersaal in die Wand geritzt worden.

 

Burg Drachenfels2

 

Burg Drachenfels

 

Aber wer lebte eigentlich auf diesem eigentümlichen Felsen? Glaubt man den mittelalterlichen Quellen, waren die Herren von Drachfels verwegene Raubritter. Man kann sich heute noch gut vorstellen, wir die Raubritter den versteckten Hinterausgang der Burg für sich zu nutzen wussten. Entdeckt ihr ihn auf diesem Bild?

 

Burg Drachenfels1

 

 

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