Mit Molly Malone zum Ende der Welt – Steiniges Inselabenteuer auf den Aran Islands

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Eine Busfahrt, die ist lustig…

Da wir uns gegen den Ring of Kerry entschieden hatten, entging uns mit der weltberühmten Mönchssiedlung Skellig Michael ein Ausflug über die irische See. Diesen Verlust holten wir in der einladenden Hafenstadt Galway nach. Spontan entschieden wir uns nach Inish More, der Hauptinsel der Aran Islands, zu fahren.

Morgens erwischten wir am modernen Fernbushof den Bus von Michael. Gebürtig in Inish More fährt er täglich mit seinem rumpeligen Gefährt neugierige Touristen entlang der kargen Küstenlinie bis zum Fährhafen „Galway Fishing“ im unaussprechlichen Örtchen Coláiste Chamuis. Selig eingedudelt von einer im Dauerlauf spielenden CD mit irischen Volksliedern ala Molly Malone schifft er seine Gäste gemütlich mit der Fähre über die raue See nach Inish More.

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Enge Straßen auf Inishmore

Angekommen fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein einzelne Stationen der Insel ab. Die Aran Islands sind reine Steininseln, auf denen sich keine Erde befindet. Erst nach und nach mit der Unterstützung von speziellen Maßnahmen konnten an manchen Stellen der Insel Erdböden, die nun grün bewachsen sind, angelegt werden. Die kleinen Häuschen und die karge Landschaft lassen darauf schließen, dass das Leben der hier einheimischen Fischer nicht immer leicht gewesen sein muss. Diese traurigen Aspekte der Inselgeschichte schmettern die seichten Volkslieder aus dem CD-Wechsler des Busses ohne Rücksicht auf Verluste weg.

Über enge Schotterstraßen und jede Milchkanne am Straßenrand grüßend durchquerte Michael mit uns die Insel. So klein Inish More auch ist, gibt es hier einige wirklich sehenswerte Orte.

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 Verrückte Vorzeitmenschen

Am beeindruckendsten ist ohne Zweifel die gewaltige bronzezeitliche Ringfestung. An einer gefährlichen Klippe gelegen, wirkt die Anlage mit seiner 300 Meter langen und über 6 Meter hohen Umfassungsmauer wie aus einem anderen Universum. Was die damaligen Menschen dazu veranlasst hat an diesem abgelegenen Ort eine derart monumentale Anlage zu bauen bleibt mir schleierhaft. Im warmen Schein der Mittagssonne gestattete uns Michael an diesem Ort etwas Zeit zum Verweilen. Sicher nicht ohne den Hintergedanken, dass wir seine Frau im anliegenden Souvenirshop besuchen könnten.

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Christentum vs. Leprachuan & die magische Inselwelt

Auf den Inseln hat sich bis heute der Glaube an Magie und Fabelwesen erhalten. Überall, wo es Wohnhäuser gibt, entdeckt man bei genauem Hinsehen auch kleine Mini-Häuser für die Leprachuans in den Gärten oder Hinterhöfen. Die magischen Wesen erinnern an kleine Kobolde und treiben bis heute ihr Unwesen auf den Aran Islands. Diesem Aberglauben konnten offenbar auch die Mönche aus dem heute verfallenen Kloster am anderen Ende von Inish More nichts entgegensetzen.

Offenbar hat sich der Glaube an Zauberwesen und Magie besser erhalten an das Christentum, dessen archäologische Reste wir am Ende unserer Tour erkundeten.

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