Imposantes Unwetter am Horseshoe Bend und im Pine Springs National Monument – Kanab. USA 2014

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Frückstück – wie immer…

An unserem achten Tag im Südwesten erwartete uns das einzige Mal wirklich schlechtes Wetter. Nach ein paar Nächten in Motels freuten wir uns morgens aber erst einmal über richtiges Frühstück.

Typisch amerikanisch gab es natürlich kein frisches Obst oder Gemüse. Dafür versuchte ich mich aber mit einer alten bekannten, der Waffel zum Selberbacken anzufreunden.

Zusammen mit Blaubeeren aus der Dose schmeckte es gar nicht mehr so schlecht. Ich klaute mir noch einen Joghurt und schon saßen wir wieder im Auto.

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Lebensmüde Asiaten am Horseshoe Bend

Geplant war vorerst nur die Besichtigung des Horseshoe Bend, einer Schleife des Colorado River. Der Fluss schlängelt sich um ein Massiv, welches wie ein riesiger Pferdehuf aussieht.

Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Parkplatz, von dem aus wir etwa 300 Meter durch feinkörnigen Sand stapfen mussten. Verfehlen konnten wir das Spektakel nicht, da sich auch hier wieder die Touristenmassen drängelten.

Leider war es sehr stürmisch und der Himmel bedeckt, die kleinen Sandkörnchen peitschten uns wie Nadeln auf der Haut. Natürlich kein Grund nicht trotzdem ganz dicht an den Rand, der etwa 50 Meter steil in die Tiefe führte, zu gehen. Für manche scheint der Wind erst den richtigen Kick zu geben.

Woher kommt nur all der Sand?

Mir waren die Bedingungen am Horseshoe Bend deutlich zu ungünstig. Ich machte meine Fotos und krabbelte leicht bergauf so schnell es ging zum Auto zurück.

Gefühlt die halbe Sahara versuchte ich nun aus meinen Haaren, der Kleidung und den Schuhe zu entfernen. Katharina hielt etwas länger durch und kam halb durchgefroren als eine Mischung aus Sand und Mensch zurück.

Regen, Sand und Sturm

Hier hielt uns nun gar nichts mehr und wir beschlossen sofort nach Kanab zu fahren. Der Antelope Canyon war uns zu teuer dafür, dass das Wetter gar nicht mitspielte. Auf der Fahrt erwartete uns ein richtiges Unwetter. Wir fuhren auf eine massive Regenfront zu, welche starke Sturmböen vorausschickte.

Vereinzelte Wüstengras-Büsche rollten über die Straße und wir erwarteten nicht geringeres als den Weltuntergang. Tatsächlich hat es nur etwas geregnet, irgendwie enttäuschend. Vor Kanab beruhigte sich der Himmel wieder etwas und wir fuhren spontan zum Pine Springs National Monument südlich von Kanab.

Entspannte Ranger im Pine Springs National Park

Als wir dort gegen Mittag eintrafen hatte das Wetter wieder Fahrt aufgenommen: Wind, Regen und Sand peitschte uns um die Ohren. „Alles ganz normal“, erklärte uns der Ranger im Visitor Center.

Was es mit der stürmischen Gegend auf sich hatte, sollte wir gleich erfahren. Pine Springs heißt die Gegend in der wir uns nun befanden. Trocken, steppenartig, Berge in der Ferne – kannten wir schon.

Einst lebten hier Indianer, weil das unfruchtbare Land von den Siedlern nicht genutzt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich Mormonen an, welche Käse und Butter für die Handwerker beim Bau der Kathedrale von St. George produzierten.

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Einfach mal drauflosspielen

Das National Monument umfasst die historische Farm. Gebaut wie ein Fort mit hohen Umfassungsmauern lebten dort der Verwalter der Anlage mit seinen Frauen.

Wir wurden von einem amerikanischen Ureinwohner durch das liebevoll restaurierte Gebäude geführt. Spontan setzte er sich an die historische Hausorgel und spielte uns ein Stück vor. In der Ausstellung im Visitor Center erfuhren wir von der Geschichte der Region. Einst lebten hier Ureinwohner auf einem relativ niedrigen Zivilisationsstand.

Von Indianern und Mormonen

Die mormonischen Siedler zerstörten die Lebensgrundlage dieser Menschen. Innerhalb von drei Jahren hatten ihre gewaltigen Viehherden den Boden der ganzen Region leergefressen und in eine gähnenden Wüste verwandelt.

Dadurch erklären sich auch die Sandstürme von selbst. Rückblickend war das Pine Springs National Monument eines der schönsten und bestgeführten Denkmäler unserer Reise.

Eine Unterkunft zum Ekeln

Die Kälte, der Wind und die stockende Nässe ließen uns den Tag beenden. In Kanab checkten wir in unser Motel ein und verbrachten den restlichen Sonntag damit im Fernsehen Superhelden-Filme zu schauen.

Wegen seltsamen Insekten im Bett, kleinen Fenstern und allgemeinem Unwohlfühlen kann ich das Traisure Trail Motel in Kanab nicht weiterempfehlen.

 

Unterkunft

Traisure Trail Motel Kanab (2 Queensize-Betten 35 $ p.P.)

* von ***** Sternen

Essen    

Wendys: Burger und Pommes

*** von ***** Sternen

Wetter

18°C Kanab

Ausgaben

35 $ Traisure Trail Motel Kanab

13 $ Wendys

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