Geschichte, Entspannung & ein letztes Mal Hollywood – Los Angeles. USA 2014

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Verdiente Entspannung

Nach unserem anstrengenden Trip hatten wir uns zu einem günstigen Angebot für die letzten drei Tage in einem Radisson Hotel im etwas abgelegenen Stadtteil Whittier von Los Angeles eingemietet.

Die letzten Tage verbrachten wir mit Wonne am Pool und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Vormittags planten wir kleinere Ausflüge.

Wayfarers Chapel – L.A.s Idylle mit Meerblick

Eine unerwartete Entdeckung machten wir gleich als wir wieder nach Los Angeles einfuhren. In dem Reichenviertel Palos Verdes, welches zu den ältesten Siedlungen in L.A. zählt, besichtigten wir die Wayfarers Chapel.

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In einem kleinen Park mit bunter Blumenbepflanzung liegt die Kirche. Sie ist aus Glas und fügt sich organisch in die natürliche Umgebung ein. Mit Blick auf die Küste und das Meer ist die Chapel ein entschleunigendes Kleinod inmitten der hektischen Metropole.

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L.A. Downtown

Unser kulinarisches Highlight sollte der Besuch von L.A. Downtown werden. Wie Mahnmale ragen die Hochhäuser inmitten der Stadt aus dem Panorama heraus. Japantown, Chinatown und die spanische Oldtown der Stadt standen am neunten April auf dem Programm.

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Unser Auto gaben wir bei einem mysteriösen kleinen Parkplatz ab. Dem Besitzer drückten wir nicht ohne ein paar kleine Bedenken unseren Autoschlüssel in der Hände, damit er die parkenden Autos je nach Bedarf auf seiner kleinen Parkfläche hin und her schieben konnte.

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Lieblose Gassen

Im Gegensatz zur aufregenden Innenstadt San Franciscos ließ Los Angeles mich an dieser Stelle kalt. Lieblos und austauschbar wirkte die großflächige Downtown auf mich. Zentral liegt der historische und schön restaurierte Bahnhof nahe anonymen Verwaltungs- und Staatsgebäuden.

Japantown war wie verlassen und Chinatown eher abstoßend. In Chinatown trifft man zwar nicht auf zu viel Touristengedöns in den Shops, aber das ramschige Angebot stößt sogar mich als ausgewiesenen trashfan ab.

Ein wenig mehr Sauberkeit bei den Restaurants und Lebensmittelgeschäften wäre aus Sicht eines Mitteleuropäers einladender für das Mittagessen gewesen. Besonders erschreckend fanden wir die Minischildkröten, die in 10 x 10 cm Boxen bei über 30°C mit einer Pfütze Wasser, in den Auslagen der Geschäfte als Haustiere angeboten wurden.

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Pure Lebensfreude bei den Latinos

Einladender und empfehlenswert ist dagegen die spanisch geprägte Altstadt. Ursprünglich war Los Angeles Teil des damalig unter spanischer Herrschaft stehenden Staatsgebietes im heutigen Kalifornien.

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Erhalten haben sich eine Kirche, Avila Adobe (das älteste Haus von Los Angeles), ein paar weitere Bauten und der spanische Lebensstil.

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Wir schlenderten durch einen kleinen, engen Markt unter lauschigen Bäumen. In dieser kleinen Gasse mit historischen Gebäuden aus Holz und Stein lässt sich der klassische Latino-Flair wie an keinem anderem Ort der Stadt genießen.

Billiger geht es nicht – Shopping bei Burlingtons Coat Factory

Am vorletzten Tag unserer Reise machten wir spontan eine Runde durch die Geschäfte unseres sympathischen Latino-Viertels Whittier. „Als wäre eine Revolution ausgebrochen“ – charakterisierte ein Mitglied des Amerika Forums das Geschäft, welches wir spontan entdeckten.

Unabsichtlich waren wir in Burlingtons Coat Factory geraten. Auf den ersten Blick ein Warenhaus, erlebten wir drinnen eine Mischung aus Shoppinghölle- und paradies. Markenware, auf einen lächerlichen Bruchteil seines Originalpreises heruntergesetzt, flog durch die Regale. Vollschlanke Damen quetschten sich in enge Jeans von Tommy Hilfiger. Der Boden war voll von Kleidung aller Art.

Wir hatten nun zwei Möglichkeiten: Schnell verschwinden oder mitmachen. Auf drei stürzten wir uns in die Regal und kehrten nach zwei Stunden um etwa 150 $ ärmer und 20 Kleidungsstücke namhafter Marken von der Kunstlederjacke bis zur Unterwäsche reicher wieder an die kalifornische Sonne zurück.

Angefeuert wurden wir während unserer Shoppingwut von einer stämmigen Verkäuferin mit deutschen Wurzeln, die sich für jedes noch so geschmacklose Teil, das wir anprobierten begeistern konnte. Bereut habe ich später nur, zuvor so viel Geld in den Outlet Centern ausgegeben zu haben und keinen größeren Koffer zu besitzen. Bei unserer nächsten Reise mache ich diesen Fehler sicherlich nicht nochmal.

 Ödes Wachsfiguren-Kabinett

Ich hatte schon zuhause einen Gutschein für Madame Toussauds besorgt (sehr, sehr dumme Idee). Schon bei unserer Anreise hatten wir keine Lust dazu und schoben den Besuch bis auf den letzten Reisetag. Ein schmales Booklet und ein Modell unserer Hand aus Wachs war im Preis enthalten. Ohne unsere sympathische Unterkunft im Orange Drive Manor Hostel konnten wir nachempfinden, warum viele Menschen Hollywood meiden.

Gestresst quetschten wir uns durch das Halligalli auf dem Strip und erlebten die unnötigsten zwei Stunden unseres Lebens. Mir war nicht nur wieder eingefallen, dass ich Puppen ebenso wie Clowns seit meiner Kindheit nicht mochte. Zusätzlich sind die meisten Stars keine 1,70 Meter groß, sodass ich ernsthaft Gefahr lief die frei mitten im Raum stehenden Wachspupen umzurennen.

Die Aktion war also nicht wirklich gut von uns durchdacht worden, zumal keine von uns irgendeinen Star besonders verehrt und sich mit ihm fotografieren lassen wollte. Blieb nur noch die Wachshand. Nach einer halben Stunde anstehen und einer weiteren Stunde anpassen der Hand kehrten wir Hollywood mit einem relativ dilettantischen, handähnlichen Wachsobjekt den Rücken.

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Zurück zu den Wurzeln

Unsere letzte Besichtigung in Los Angeles führte uns ganz an den Anfang der Geschichte der Stadt. Im Pio Pico State Park befindet sich die originalgetreue Ranch einer der frühesten Gouverneure Kalifoniens. Wir wurden kostenlos durch das atmosphärische Gemäuer zusammen mit einer kleine amerikanischen Reisegruppe geführt.

Unsere Rangerin zeigte uns historische Möbel, Einblicke in die Adobe-Bauweise und erzählte viele rührselige Geschichten aus der „Guten Alten Zeit“. Die große Rasenfläche der Anlage lud uns im Anschluss zu einem kleinen Picknick ein.

Bye, bye USA

Die Abreise verlief unproblematisch. Das Motel 6 am LAX wird gerade generalüberholt. Während unseres erstes Aufenthalts am Anfang der Reise hatten wir ein verrauchtes, älteres Zimmer. Vor dem Rückflug waren wir im frisch renovierten, achten Stockwerk.

Das Zimmer war sehr sauber, mit hellen frischen Farben gestrichen und modern eingerichtet. Somit hatten wir eine entspannte Nacht, bis wir um vier Uhr zum Flughafen fuhren. Dort ging alles sehr schnell. Ganz auf Betrieb waren die Mitarbeiter bei der Kontrolle wohl noch nicht. Ich schmuggelte eine 500 ml Dose Creme und einen handlichen Stein durch den Check-In im Handgepäck.

Nach drei sehr anstrengenden Wochen blickten wir nun wieder in Richtung Heimat und Alltag mit dem hoffnungsvollen Gedanken im Hinterkopf: Nach der Reise ist vor der Reise. Bald geht es weiter!

 

Unterkunft

Radisson Hotel Whittier 8.-12.4. (2 Queensize-Betten)

**** von ***** Sternen

Wetter

23°C

 

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