Gefährliche Wanderungen im Devils Garden (Arches Nationalpark)

Montag, 20. August

9:00 Uhr, Arches Nationalpark, Delicate Arch Trailhead

Nach mehreren 1- und einer 4-Kilometerwanderung sind wir quasi nun auf Profi-Level der Wanderer angekommen. Für uns war das klar. Daher starten wir erst einmal mit der Wanderung zum Delicate Arch, die uns – trotz höherem Schwierigkeitslevel – erstaunlich leicht fiel. Den anderen Rentnern, Kindern und Gebrechlichen, die dort auch wanderten, übrigens auch. Profis unter sich.

10:20 Uhr, Arches Nationalpark, Delicate Arch

Nach einer kleinen Kletterei erscheint der riesige Gesteinsbogen ganz frei in der Landschaft. Ein beeindruckendes Erlebnis für uns und hunderte andere Touristen. Wir stellen uns brav an, um ein Foto im Bogen zu machen. Auch in der Wildnis geht es zivilisiert zu.

11.30 Uhr, Arches Nationalpark, Devil Garden Trailhead

Erfahrende Wanderer wie wir wissen, dass Schilder, die vor Wanderungen bei Mittagshitze warnen, nur für zimperliche Anfänger sind. Wie heiß soll es schon in einer Gegend sein, die Devils Garden heißt?

11:50 Uhr, Arches Nationalpark, Landscape Arch

Ein gewaltiger Bogen spannt sich auf über 80 Metern über uns auf. Leider schon etwas bröckelig, altes Haus. Lange wird der Bogen wohl nicht mehr halten.

12:00 Uhr, Arches Nationalpark, Primitive Trail Trailhead

Sechs Kilometer wandern bei höchster Schwierigkeitsstufe. Schaffen wir das? Ja, klar!

12:50 Uhr, Arches Nationalpark, Double-O-Arch

Nach einer interessanten Kletterpartie über Felsen, von der ich meinen Eltern lieber nie berichten werde, adoptieren uns zwei Italiener und wandern mit uns zum Double-O-Arch. Wir spazieren über frei stehende Felsgrade und krabbeln durch Felslöcher. Am Bogen angekommen steht nun die Entscheidung an: machen wir den Rundweg oder gehen wir zurück. Naja, eigentlich war es keine Entscheidung. Natürlich gehen wir weiter.

13:10 Uhr, Arches Nationalpark, Primitive Trail

Schlagartig wird es einsam auf dem Wanderweg. Wenn man es denn einen Wanderweg nennen kann. Wir folgen ausgetrampelten Wegen, Schilder gibt es nicht. Nach einer halben Stunde kommt uns ein Wanderer entgegen – man kann es also schaffen.

13:40 Uhr, Arches Nationalpark, Primitive Trail

Wir irren umher, finden keinen Weg, stehen immer wieder vor Abgründen. Es geht nicht weiter.

14:00 Uhr, Arches Nationalpark, Primitive Trail

Die gute Nachricht: wir haben den Weg gefunden. Die schlechte Nachricht: da gehe ich aber nicht lang. Nachdem ich fünf Minuten tiefgründig auf den Fels geschaut habe, den ich ohne Sicherung herunter klettern soll, gebe ich auf. „Niemals!“ Auch Jenni ist nicht ganz böse drum. Schließlich wissen wir nicht, ob die Kletterei noch gefährlicher wird und ob wir dann eben jenen Felsen überhaupt wider hoch kommen, wenn wir umdrehen wollen. Also den ganzen, langen Weg zurück. Immerhin haben wir die Hälfte des Trails geschafft.

14:30 Uhr, Arches Nationalpark, Primitive Trail

Erst ging es auf dem Rückweg gut voran, nun schon wieder verirrt. Irgendwann hören wir Stimmen.

15:00 Uhr, Arches Nationalpark, Double-O-Arch

Endlich wieder unter Leuten. Wir haben wohl gerade unsere Grenze erfahren. Später sollten wir erfahren, dass der Weg eigentlich nur mit GPS gegangen werden soll. Die Stelle, an der wir aufgegeben haben, wird mehr mehrfach gewarnt. Abenteuer-Level maximum gescheitet.

16:15 Uhr, Arches Natioalpark, Devils Garden Trailhead

Ergebnis nach 13 Kilometern Wanderung: Völlig fertig, Sonnenbrand an den Waden, neue Wanderleidenschaft entdeckt. Das Thermometer zeigt 40 Grad.

19:05 Uhr, Moab

Nach einem kurzen Abstecher zum Visitor Center und dem örtlichen Supermarkt direkt ins Hotel. Zum Abendessen gönnen wir uns nach dem anstrengenden Tag etwas richtig feines: Mac ’n‘ Chesse aus der Mikrowelle #foodporn

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