Ein Treffen mit Sherman, dem Riesenbaum

Donnerstag, 29. August

10 Uhr, Sequoia Nationalpark

Die Landschaft um den Sequoia Nationalpark zählt zu den schönsten unserer Reise. Quer durch Zitrusplantagen führt uns die Straße in richtig der Mammutbaumwälder bis zum Visitor Center.

10.15 Uhr, Sequoia Nationalpark

„Nein, Sie können nicht durch den Park fahren, da ist eine Baustelle.“ „Wie wir können nicht in den Park?“ „Nein, ist zu.“ Entsetzen macht sich breit. 2014 war der Park auch schon gesperrt, das kann doch nicht wahr sein! „Wie weit kommen wir denn bis zur Baustelle?“ „Etwa zwei Meilen, dann müssen Sie aber warten.“ „Wie lange denn?“ „Etwa 45 Minuten.“ „Und dann können wir durchfahren?“ „Ja.“ Kommunikation will gelernt sein…

10:30 Uhr, Sequoia Nationalpark, Tunnel Rock

Ein riesiger Stein. Juhuu! Ich klettere drauf, obwohl es verboten ist: Draufgänger-Level 1000.

11:15 Uhr, Sequoia Nationalpark, Stauende

Juhuu, wir sind die fünften vor der Baustelle. Gerade als ich bequem mein Buch zur Hand nehmen wollte, wird die Straße geöffnet. Eine halbe Stunde früher als angekündigt. Das nenne ich mal Service.

11:30 Uhr, Sequoia Nationalpark

Immer höher fahren wir auf der kurvigen Straße während die Bäume am Straßenrand immer gewaltiger werden. Atemberaubende Aussichten auf das Tal und die Berge. Leider immer noch etwas Waldbrand in der Luft.

11:45 Uhr, Sequoia Nationalpark, Tunnel Log

Wir fahren durch einen Baum. Nun alles im Leben gesehen.

12:05 Uhr, Sequoia Nationalpark, Morro Rock

Es ist kühl hier auf 3000 Meter Höhe. Kühl und voller Deutscher. Vor uns ragt ein mächtiger Felsbrocken auf. Eine kurze Wanderung ist es nach oben. Kurz, steil, voller ungesicherter Abgründe und Deutscher. Morro Rock, das Mallorca der USA.

12:30 Uhr, Sequoia Nationalpark, Sherman Tree

400 Meter zum größten Baum der Welt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Auf 3000 Metern Bergauf wandern ist für uns Flachlandindianer eine ziemliche Herausforderung. Eine Erfahrung, die wir zum Glück mit all den anderen Deutschen hier teilen. Nun aber den Baum anschauen. Welcher ist es denn? Schwer zu sagen, den Sherman ist weder der Höchste Baum noch der Dickste. Seinen Superlativ als „größten“ verdient es sich durch seine Masse, kein Baum ist schwerer. Aha.

14:30 Uhr, Kings Canyon Nationalpark

Vom Sherman geht es direkt nach San Francisco. Uns trennen nur noch vier Stunden Autofahrt. Wegen akuter Waldbrände verzichten wir auf einen Stopp im Kings Canyon. Außerdem war der Crime Podcast gerade so spannend.

18:35 Uhr, San Francisco

Eingerechnet der Feierabendstaus haben wir einen ganz schönen Ritt hinter uns. Vom sonnigen kalifornischen Inland fuhren wir in das kalte, neblige San Francisco ein. Dicke Nebelschwaden hingen über der Bucht. Stephen Kings „Der Nebel“ hätte hier stattfinden können.

18:45 Uhr, San Francisco, Forest Hill

Zu allem Überfluss lag unsere Unterkunft auf einer Dunst umwobenen Anhöhe über der Stadt am Ende einer kleinen Straße im Keller eines Chinesen. So werden Horrorfilme gemacht.

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