Ein Date mit dem Blauwal – Quer durch Quebec. Kanada 2016

Die Nacht in unserem einladenden Gastzimmer war sehr ruhig. Wir wurden von dem Klappern von Geschirr in der Küche geweckt. Unsere Gastmutter Hugette war gerade dabei Bacon, Ei und viele weitere Leckereien für die acht Frühstücksgäste im Speiseraum zuzubereiten.

Was für ein Service! Auf einer kleinen Speisekarte durften wir uns unser Frühstück, welches sogleich zubereitet wurde, aussuchen. An unserem Tisch saß – wie der Zufall es will – ein Schweizer Auswandererpärchen, die ihre mageren zwei Wochen Urlaub in der Region verbrachten.

Sie schwärmten von der Whale Watching-Tour, aber berichteten auch von der Monopolisierung der Touren durch den Großanbieter AML-Tours. Wir hatten versucht einen kleineren Anbieter zu nehmen, aber leider gibt es im Internet keine anderen Websites mehr. Lediglich vor Ort kann man zwei Dörfer hinter Tadoussac deutlich günstigere Privatanbieter finden.

 
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Etwa eine halbe Stunde nördlich von Saint Simeon befindet sich Sainte Catherine de Baie. Vom Pier in der kleinen Siedlung direkt am St. Lorenz Strom sollte unsere Zodiactour starten.

Leider waren wir von dem Service alles andere als begeistert: Nachdem wir für die dreistündige Tour schon 86 Euro pro Person bezahlt hatten, mussten wir für das Parken nun nochmal 5 Dollar drauflegen. Ich finde die Preise sind ehrlich gesagt eine Unverschämtheit!

Die Organisation vor Ort ist auch alles andere als einfach. Erstmal suchten wir die Anmeldung. Diese befand sich am einen Ende des Anlegers. Dort bekamen wir einen Zettel mit dem wir zum anderen Ende des Anlegers liefen. Dort erhielten wir unsere Schutzausrüstung und die Jacken. Da sich hier eine Schlange gebildet hatte, haben wir uns mal frech vorgedrängelt. Kam allgemein aber eher nicht so gut an 🙂

Nun hatten wir noch zwei Minuten um wieder zum anderen Ende des Anlegers zu laufen (wo genau, wussten wir auch nicht) und uns anzuziehen. Wir stellten uns einfach da an, wo die vielen anderen Leute waren. Unseren Zettel hatten wir nicht mehr, daher stiegen wir einfach selbstverständlich auf irgendein Boot.

 
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Da wir trotz der Eile zu den ersten auf dem Boot zählten, suchten wir uns einen Platz am Rand. So konnten wir die ganze Tour lang auf das Meer schauen und waren nicht mitten im dem Bus ähnlichen Mittelteil. Apropos Bus: Das Zodiac-Boot ist zwar schnell aber keineswegs zu schaukelig oder Übelkeitserregend. Ich fühlte mich eher an meine Schulzeit und den ruckeligen Schulbus erinnert.

 
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Während der Fahrt kamen wir an Delfinen, Seehunden und kleinen Walen vorbei. Unser Guide hatte uns angewiesen laut zu schreien, wenn ein Wal gesichtet wird. Die Kaptain hat das Gas gegeben und ist zu der entsprechenden Stelle gedüst.

 
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Ganz zum Schluss sind wir in das Gebiet gefahren, in dem es „garantiert“ Blauwale geben sollte. So haben wir brav mitgearbeitet und immer wieder geschaut und gerufen 🙂

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Am Schluss wurden wir dafür auch belohnt, denn ein Blauwal tauchte ganz dicht an unserem Boot auf.

 
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Alles in allem war es ein toller Ausflug bei perfektem Wetter. Trotzdem war es saukalt, aber dank der eleganten Schutzausrüstung waren wir dick genug angezogen.

Von Baie St. Catherine fuhren wir am frühen Nachmittag entlang des malerischen Highway in Richtung Quebec City. In dem kleinen Städtchen St. Anne de Beauport machten wir bei der gewaltigen Wallfahrtsbasilika eine kurze Pause.

 
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Das Kanada ziemlich katholisch ist, war uns durch die vielen Kirchen und Marienschreine schon klar geworden, aber die Ausmaße des Wallfahrtstourismus an dieser Kirche sind atemberaubend. Noch bevor wir das Gelände betreten haben, gingen wir zu den Restrooms. Ich hatte mich gewundert, warum es hier über 30 Kabinen gab…

 
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Die Kirche besteht aus einer neoromanischen  Ober- und einer Unterkirche. Erstere kann sich locker mit den Kathedralen in Europa messen. Eine Installation mit Gehhilfen soll wohl zeigen, dass die Heilige Anne sich auf Gebehinderungen spezialisiert hat.

 
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Hunderte Pilger tummelten sich im Kirchenschiff. Wegen der hellen Steine, des Lichts und der Kunstfertigen Ausgestaltung ist die Kirche den Besuch wert.

 
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Auch wenn manche Kunstwerke meinen Geschmack eher nicht so getroffen haben, ist der Gegensatz von bekannten und aus europäischen Augen eher befremdlicher Glaubenstraditionen ist sehr faszinierend. Wir genossen einen Moment die Sonne auf dem Kirchplatz und beobachteten das Gewusel.

 
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Da der Verkehr sehr dicht wurde und wir einige Zeit im Stau standen, verzichteten wir auf den Besuch der Montmorency-Wasserfälle. Aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung, denn wir sollten bei unserer Reise noch sehr viele Wasserfälle sehen.

Vom Highway aus hat man zudem einen perfekten Blick auf die Fälle und auf das Stadtpanorama von Quebec City. Nur eine halbe Stunde hinter der Stadt liegt unsere Unterkunft in Saint-Augustin-de-Désmaures in einem ländlichen Gebiet direkt am Chemin du Roy.

Wir wussten immer, dass der Tag einmal kommen sollte und heute war es soweit!

Bisher hat immer alles mit unseren Unterkünften einwandfrei geklappt – bis heute. Bereits als wir eingeparkt hatten, kam unsere Herbergsmutter total betrunken und joval auf uns zugeschwankt. Als sie unsere Koffer sah, wollte sie uns zuerst nicht in unser Zweibettzimmer lassen, sondern im Untergeschoss einquartieren, damit wir beim Tragen der Koffer nicht so viel umwerfen können…

Wir haben aber auf das Zimmer bestanden und das Gepäck hochgehieft. Abends sollten wir dann mit ihr noch ein Bier im – zugegebenermaßen wunderschön gestalteten – Garten trinken. Wir haben uns aber erstmal befreit und sind zum örtlichen Supermarkt gefahren. Da es nicht wirklich viel zu essen gab, habe ich mir ein ganzes Hähnchen gekauft, es halb gegessen und den Rest für den kommenden Tag in den Kühlschrank gelegt. Katharina wollte mit unserer Herbergsmutter abends noch die Bezahlung machen, aber ich blieb lieben auf dem Zimmer.

 
Kosten und Organisation
 
 

53 CAD $ Ü B&B

15 CAD $ Einkaufen

89 CAD $ Whale Watching & Parken

22 CAD $ Tanken

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Summe 179 CAD $

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