Ein bisschen Frankreich mitten in Kanada – Quebec City. Kanada 2016

Wie Diebe schlichen wir uns morgens aus unserer Unterkunft. Katharina hatte am Vorabend die Bezahlung für unsere zwei Nächte in dem B&B nicht mit der mittlerweile lallenden Gastmutter klären können.  Da die Gute um 9 Uhr noch ihren Rausch ausschlief wollten wir der Diskussion vorerst lieber aus dem Weg gehen und fuhren nach Quebec City.

 
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Der Plan einfach mitten nach Quebec City reinzufahren und da schon einen Parkplatz zu finden, war im Nachhinein etwas wagemutig. Das Einbahnstraßensystem ist sehr europäisch und wir irrten ein paar Mal quer durch die Altstadt. Letztendlich wurde doch alles gut und wir fanden einen Innenstadtparkplatz für 11 $ (drei Stunden).

 
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Für die Stadt hatten wir keine großen Pläne gemacht. Gemütlich schlenderten wir durch die farbenfrohen Gassen und ließen das französischen Flair auf uns wirken. 

 
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Wir genossen die Aussicht auf den St. Lorenz-Strom vom Parc Montmorency aus, spazierten entlang der hölzernen Promenade beim Hotel Fairmont Le Chateau Frontenac und bestaunten die Wandmalereien in der Unterstadt.

 
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In den Souvenirläden ist generell Luxusshopping angesagt, denn die Preise haben es deutlich in sich! Darauf haben wir uns in einer der Nebenstraßen vom touristischen Trubel ein kleines Café gesucht und erstmal gefrühstückt.

 
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Das Café de Paris ist sehr liebevoll und „blumig“ dekoriert, ich aß einen hervorragenden Crepes mit Heidelbeeren und es gab – im Gegensatz zu unserer Unterkunft – sogar ein wenig WiFi.

Dank des guten Wechselkurses haben wir uns danach für ein Stündchen ins Shoppingvergnügen gestürzt. In den kleine Läden haben wir allerhand Skurrilitäten gefunden…

 
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In Wendake, einem nördlichen Stadtteil von Quebec City, befindet sich ein historisches Indianerdorf mit dem lustigen Namen: Site Traditionnel Huron Onhoüa Chetek8e. Die Huron-Indianer zählen zu den bedeutendsten Stämmen Nordamerikas.

 
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Das Museum beherbergt neben dem Indianerdorf einen Shop sowie ein Restaurant mit echten Ureinwohnergerichten. Jede Eintrittskarte beinhaltet eine Führung. Unsere englischsprachige Gruppe war ein wilder Misch aus Europäern, Süd- und Nordamerikanern.

 
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Großer Biber führte uns durch verschiedene Zelte und berichtete uns vom vergangenen und aktuellen Leben der Indianer in Kanada. Er sieht übrigens so europäisch aus, weil sich seine Vorfahren seit über 200 Jahren mit den Siedlern vermischt haben.

Heute können die Indianer nicht mehr ihren traditionellen Tätigkeiten wie dem Handel mit Fellen nachgehen und assimilieren sich immer mehr. Trotzdem studieren weniger als ein Prozent aller Indianer. Unser Guide Großer Biber macht da einer Ausnahmen, denn er hat sogar in Dänemark studiert.

Leider fing es nach der Führung richtig an zu regnen. Wir waren nun in einem Dilemma, denn wegen der aufdringlichen Schnapsdrossel im B&B wollten wir nicht in unsere Unterkunft zurück. Spontan fuhren wir daher zu einer kleinen Rundtour auf die Ile de Orleans.

Die Insel vor Quebec City kann einmal mit dem Auto umfahren werden und ist für ihre kulinarischen Schätze bekannt. Gleich nach der Brücke stoppten wir bei einer kleinen Chocolaterie und besorgten ein paar Mitbringsel.

 
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Leider besserte sich das Wetter kaum, sodass eine weltuntergangsartige Stimmung auf der Insel herrschte. Bei sonnigem Wetter muss es wunderschön sein, denn es gibt immer wieder Stopps mit Blick auf den Fluss und das angrenzende Gebiet.

 
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Wenn auch nur sehr ungern fuhren wir schlussendlich heim zu unserem B&B. Ähnlich wie in Deutschland brauchten wir auf den Autobahnen wegen aktueller Baustellen gefühlt ewig lange Zeit dafür. Und als wäre das nicht alles schon nervig genug, tritt nun unsere Herbergsmutter wieder auf den Plan…

 
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Als wir in die Unterkunft kamen, war sie zum Glück nicht betrunken. Ihr Angebot mit ihr zu Grillen (gleich sollte der Fleischlieferant kommen) schlugen wir dankend aus. Ich erklärte ihr, ich hätte noch ein halbes Hähnchen im Kühlschrank zum Abendessen. „Das habe ich aber schon weggetan, das wird doch schlecht“, bekam ich zur Antwort.

Ich erklärte ihr, dass ich das etwas anders sehe. Zumindest hätte ich gerne mein Messer und meine Gabel, die in der Verpackung lagen zurück. Sie sagte mir, es wäre in der Mülltonne und sie hätte beides nicht gesehen. Wenn ich wollte, sollte ich doch in die Mülltonne schauen.

Als ich wirklich loszog, um nachzuschauen, meinte sich dann plötzlich, dass ich doch mal in die Spüle schauen sollte. Sie wäre sich nicht sicher, das Besteck da reingetan zu haben.

Fazit: Im Müll lag natürlich nichts, das Besteck fand ich mit Resten von Kartoffelsalat und einem benutzten Teller in der Spüle. Was hier wohl gestern Nacht passiert ist? Wir hätten da ja eine Theorie 🙂

So lustig es im Rückblick ist, desto mehr habe ich mich damals geärgert. Denn nun mussten wir nochmal zu Supermarkt und Abendessen besorgen. Nach dem Supermarktbesuch sind wir dann nur noch auf unser Zimmer ohne uns zu melden. Gegrillt wurde übrigens nicht mehr und einen Fleischlieferanten haben wir auch nicht kommen hören…

 
Kosten und Organisation
 
 

53 CAD $ Ü B&B

15 CAD $ Einkaufen Supermarkt

82 CAD $ Einkaufen Simeons

6 CAD $ Parken

18 $ Frühstück bei Café de Paris

14 $ Huron traditional Site

4,50 $ Chocolaterie Ile de Orleans

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Summe 192,50 CAD $

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