Der Herr der Ringe. Die Gefährten – Ist Mittelerde eine Reise wert?

Es gibt nicht vieles, was über die Herr der Ringe – Filme nicht bereits gesagt wurde. Über drei Filme, zwölf Stunden und etliche Tode böser Kreaturen zieht sich das, für spätere Filme maßgebliche Monument eines Filmklassikers hin. Ich möchte hier nicht über Schlachten, Königreiche oder den einen Ring schreiben, sondern über die Reise der Gefährten.
Als die kleinen Hobbits aus dem Auenland nach Bruchtal aufbrechen, ist das Ziel für Sam ganz klar: Ich möchte die Elben sehen. Es verspricht eine launige Abenteuerreise mit den besten Kumpels zu werden, wäre da nicht das Problem mit dem vom Bösen umworbenen Ring. Dunkle Vorahnungen schwanen dem Ringträger Frodo, der seine Mitreisenden regelmäßig auf Gefahren und Schatten im Wald hinweist. Die anderen lassen sich die Laune nicht wirklich von dem vermeintlich schlechtgelaunten Miesepeter verderben. Kleine Streiche beim Bauern nebenan und eine ordentliche Feierei im Dorfpub scheinen die Reise zu den Elben zu einer einzigartigen Spaßpartie werden zu lassen.
Aber Miesepeter zwei ist schon im Anmarsch. Im Pub trifft die trinkfreudige Bande auf den geheimnisvollen Aragorn. Von nun an schneit oder regnet es während die auf Fünf angewachsene Reisegruppe durch dunkle Wälder, kahle Berge und matschige Sümpfe stapft. Angeführt von Aragorn, dem Grimmigen, treffen die Hobbits von nun an überall auf lauernde Gefahren. Ein netter Grillabend am Hang eines Berges mit einem wunderschönen Panoramablick auf das Tal endet im Chaos. Aragorn hat seltsame dunkle Gestalten angelockt, die schlechte Laune verbreiten und dann ohne Grund wieder verschwinden. Als Folge des kurzweiligen Besuchs ist Frodo schwer verwundet und die Stimmung im Keller. Am Rande ihrer Kräfte versucht die entmutigte Reisegruppe nach Bruchsal zu gelangen…
Den meisten wird der ironische Unterton meiner Beschreibung nicht entgangen sein. Tatsächlich gestaltet sich die Geschichte sehr dramatisch von einem kurzweiligen Vergnügen zu einer todernsten Unternehmung. Viel zu lachen gibt es bei dieser Reise eigentlich nicht. Im weiteren Verlauf des Films schießen sich die Hobbits mit weiteren Gefährten zur neunköpfigen Gemeinschaft des Rings zusammen. Ihr Ziel ist es, nach Mordor zu reisen und dort den Ring des bösen Ursurpators Sauron zu zerstören. Vor einem fröhlicheren Hintergrund hätte aus ihnen eine recht lustige Gemeinschaft werden können mit dem grummeligen Zwerg Gimli, dem ältlichen Zauberer Gandalf und der wuseligen Hobbittruppe. Immer auf der Flucht vor den penetranten Ringgeistern und dem griesgrämigen Zauberer Saruman wird die Reise recht schnell stressig und kleinere Ausflüge wie nach Moria zu einer Katastrophe. Bedenkt man auch, dass die Zeit ihnen im Nacken sitzt, die Unterkünfte wie die Totenstadt von Moria wenig einladend sind und die Verpflegung grauenhaft wird es eher zu einem trostlosen Trip des Grauens.

 

Treulos ist, wer Lebewohl sagt, wenn die Straße dunkel wird.
So möchte ich diesen Artikel aber natürlich nicht schließen lassen. Wie wichtig sind schon die Rahmenbedingungen, wenn der Abenteuerfaktor stimmt. Die Gefährten erleben eine aufregende Reise durch endlose Steppen und tiefe Bergschluchten. Sie betreiben Wildwasser-Rafting, Klettern, Wandern im Schnee und besuchen einen verwunschenen Wald, wo ihnen zu Ehren eine riesige Party gefeiert wird. Zugegeben, diese Geschichte mit dem Ring hinterlässt einen schlechten Beigeschmack, aber welche Reise ist schon perfekt und immerhin wird es nie langweilig.

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