Borkum an einem Tag – 24 Stunden Erholung inmitten von Wellen

Salzige Luft in der Nase, das Rauschen der Wellen im Ohr und ein Lächeln auf den Lippen – Lust auf einen Tagtraum? Kommt mit zu einem perfekten Tag auf Borkum. Ich zeige euch meine schönsten Ecken der Nordseeinsel, eingetaucht in sanftes Herbstlicht der frühen Oktobertage im Jahr 2018.

Anreise

Wer nach Borkum will, der muss in das ferne Emden oder Eemshaven reisen, das Meer queren und Deutschlands letzte pünktliche Bahn erwischen. Seit Kaiser Wilhelms Zeiten verbindet die Borkumer Kleinbahn den Fährhafen mit der Stadt. So können Inselgäste schon vor dem Einchecken einen Blick auf das Watt, die Deiche, den Borkumer Stadtwald Greune Stee werfen und sich die steife Brise um die Ohren wehen lassen.

Die elektrische Eisenbahn am Inselbahnhof
Die elektrische Eisenbahn am Inselbahnhof

Weißer Sandstrand bis zum Himmel – Der Hauptstrand

Kaum am kleinen Inselbahnhof angekommen zieht es die meisten Tagesgäste an den Hauptstrand. Nur ein paar Meter auf der Borkums Shoppingsmeile, der Bismarkstraße, am Kaufhaus Akkermann entlang gen Norden gelaufen, offenbart sich ein atemberaubender Blick auf das Meer. Die helle, frisch sanierte Promenade mit dem für Borkum charakteristischen Musikpavillon strahlt mit dem weißen Strandsand um die Wette. Bunte Strandkörbe setzen kleine Farbtupfer.

Die leuchtend roten Badekarren wurden früher als Umkleidekabinen genutzt.
Die leuchtend roten Badekarren wurden früher als Umkleidekabinen genutzt.

Traditionen werden auf Borkum geliebt und gepflegt. So gehört zum Strandtag auf der Insel auch immer der Besuch einer der sieben Milchbuden. Dort gibt neben Milchreis, Eis und Quarkspeisen, auch bodenständige Kost wie Bockwurst, Erbsensuppe oder Matjesbrötchen.

Gönnen können: ein Amarenabecher am Strand
Gönnen können: ein Amarenabecher am Strand

Badearchitektur und Leuchttürme – Ein Spaziergang durch die Stadt Borkum

Seit dem Untergang der großen Walfängerzeit und der Fischerei lebt der Borkumer vom Tourismus. Ein Spaziergang durch die Stadt lässt die Geschichte der Insel nacherleben.

Beim alten Leuchtturm finden sich die ältesten Spuren der Stadt. Schon um 1400 soll hier eine Kirche gestanden haben. Später wurde der Kirchturm zu einem Seezeichen umfunktioniert und warnte Seefahrer vor dem gefürchteten Borkumer Riff.

Quadratisch, praktisch, ... - der alte Leuchtturm auf Borkum
Quadratisch, praktisch, … – der alte Leuchtturm auf Borkum

Auf dem alten Friedhof am Turm erzählen zwischen blühenden Blumen Grabsteine von den Schicksalen verstorbener Seefahrer vergangener Jahrhunderte. Zusammen mit dem benachbarten Heimatmuseum und dem Zaun aus Walfischknochen lädt die Gegend um den alten Leuchtturm dazu ein, die frühe Geschichte der Insel zu entdecken.

Nach Jahrhunderten verwittern die Walknochen langsam bei Wind und Wetter. Irgendwann werden sie verschwunden sein...
Nach Jahrhunderten verwittern die Walknochen langsam bei Wind und Wetter. Irgendwann werden sie verschwunden sein…

Durch die kleinen, mit Ziegeln gepflasterten Gassen der Stadt spazieren wir zum neuen Leuchtturm. Neben den gründerzeitlichen Ziegelsteinbauten blitzt immer wieder ein weiß getünchtes klassizistisches Hotel oder Gästehaus zwischen den Häuserreihen auf.

Das alte Gästehaus Droste in der Süderstraße beherbergt seit über 100 Jahren Badegäste aus ganz Deutschland.
Das alte Gästehaus Droste in der Süderstraße beherbergt seit über 100 Jahren Badegäste aus ganz Deutschland.

In der Kaiserzeit erlebte Borkum seine erste Blühte. Die Kleinbahn wurde installiert, der neue Leuchtturm in nur ein paar Jahren fertig gebaut, neue Kirchen errichtet und die klassizistischen Hotels, Schmuckstücke der Bäderarchitektur, entstanden entlang des Hauptstrandes.

Bis heute schwelgt die Insel in der Erinnerung an die große Zeit des Bädertourismus um die Jahrhundertwende und versprüht den Charme mondäner Erholungsurlaube.

Weiße Strandhotels blicken am Hauptstrand auf das Meer. An machen nagt der Zahn der Zeit, andere sind frisch renoviert.
Weiße Strandhotels blicken am Hauptstrand auf das Meer. An machen nagt der Zahn der Zeit, andere sind frisch renoviert.
Der neue Leuchtturm ist das Wahrzeichen Borkums. Über 300 Treppenstufen führen zur Aussichtsplattform an seiner Spitze.
Der neue Leuchtturm ist das Wahrzeichen Borkums. Über 300 Treppenstufen führen zur Aussichtsplattform an seiner Spitze.

Natur pur erleben – Mit dem Rad quer durch die Insel

Wer keine Radtour durch die abwechslungsreiche Natur Borkums gemacht hat, der war auch nie wirklich auf der Insel.

Wir starten am Hauptstrand und radeln immer entlang des Strandes nach Norden. Auf dem schmalen Holzweg, der sich an die Dünen schmiegt ist viel los. Am FKK-Strand erstreckt sich der Sand bis zum Horizont. Durch stetige Sandanlagerung dehnt sich die Insel seit Jahren nach Norden aus.

Strandbefestigungen aus Reisig brechen den Wind und verhindern das Abtragen der Dünen.
Strandbefestigungen aus Reisig brechen den Wind und verhindern das Abtragen der Dünen.
Die Strandsauna des FKK-Strandes verliert sich in der Weite.
Die Strandsauna des FKK-Strandes verliert sich in der Weite.
Über weißen Dünensand führt der Weg zum Meer.
Über weißen Dünensand führt der Weg zum Meer.

Beim Strandcafé Seeblick biegen wir in den Innere der Insel ab. Über 100 km Rad- und Wanderwege durchziehen das Eiland. In der goldenen Oktobersonne erstrahlen Wildrosenbüsche und Strandgras in allen Farben des Herbstes.

Am Strandcafé Seeblick weht immer eine steife Brise.
Am Strandcafé Seeblick weht immer eine steife Brise.
Im geschützten Inselinneren macht die Fahradtour auch bei Wind Spaß.
Im geschützten Inselinneren macht die Fahradtour auch bei Wind Spaß.
Im Sommer blühen die Wildrosen rosa, im Herbst werden die Blüten zu Hagebutten.
Im Sommer blühen die Wildrosen rosa, im Herbst werden die Blüten zu Hagebutten.

Hinter dem Café Ostland, wo sich allerlei Gäste tummeln, Ostfriesentorte genießen und Bauernhoftiere streicheln, wird die Insel einsam. Nur wenige Radfahrer fahren bis zu den Sternenklippen. Von der Aussichtsdüne „Rosenbunker“ blickt man auf den Hafen und bis zur Nachbarinsel Juist.

Die landwirtschaftlichen Betriebe im Ostland sind stolz auf ihre ostfriesische Identität.
Die landwirtschaftlichen Betriebe im Ostland sind stolz auf ihre ostfriesische Identität.
Die mächtige Ostfriesentorte mit viel Sahne und Rumrosinen.
Die mächtige Ostfriesentorte mit viel Sahne und Rumrosinen.
Kurzer Aufstieg zur Aussichtsdüne
Kurzer Aufstieg zur Aussichtsdüne „Rosenbunker“
Blick über die Inselweite. Die Stadt Borkum am Horizont.
Blick über die Inselweite. Die Stadt Borkum am Horizont.
An einigen Stelle blühen auch im Oktober noch die Wildrosen.
An einigen Stelle blühen auch im Oktober noch die Wildrosen.

Über einen schmalen Weg mitten auf dem neuen Deich erreicht man das „Tüskendöör“. Der Süßwassersee mitten auf der Insel ist ein Mekka für Vogelbeobachter. Uns faszinierten eher die haarigen Gallowayrinder, die sich bei dem warmen Herbstwetters die Beine im Schlamm kühlen.

Die Galloway-Rinder fühlen sich pudelwohl auf der Borkum.
Die Galloway-Rinder fühlen sich pudelwohl auf der Borkum.
Schafe - die natürlichen Rasenmährer des Deiches.
Schafe – die natürlichen Rasenmährer des Deiches.

Nach drei Kilometern lassen wir den Seedeich hinter uns. Wir hatten Glück, denn mit Rückenwind fährt es sich schnell. Hinter den Bahngleisen erwartet uns Radfahrer eine ganze andere Natur: Birken, kleine Bäume, Wildrosensträucher und schattiger Waldboden. Die Greune Stee wurde vor über 150 Jahren vom Insellehrer Anton Scharpius angelegt und sorgt bei heißen Temperaturen für eine kühlende Erfrischung.

Besser nich anfassen: Fliegenpilze in der Greunen Stee
Besser nich anfassen: Fliegenpilze in der Greunen Stee
Am Nachmittag bricht die tiefstehende Sonne durch das Laub der Bäume.
Am Nachmittag bricht die tiefstehende Sonne durch das Laub der Bäume.

Im Süden der Insel empfängt an der moderne elektrische Leuchtturm. Wir sind am Südstrand angekommen. Hier geht es etwas ruhiger zu als am Hauptstrand. Familien, ältere Ehepaare, Spaziergänger und auch wir entspannen an den letzten warmen Tagen des Jahres im Strandkorb.

Weißer Sand und der elektrische Leuchtturm am Horizont - der Südstrand.
Weißer Sand und der elektrische Leuchtturm am Horizont – der Südstrand.
Weiches Licht fällt am späten Nachmittag auf den Holzweg zum Wasser.
Weiches Licht fällt am späten Nachmittag auf den Holzweg zum Wasser.
Trotz der warmen Temperaturen kann man im Oktober die Ruhe am Strand genießen.
Trotz der warmen Temperaturen kann man im Oktober die Ruhe am Strand genießen.
Sonne und Meer - was braucht man mehr?
Sonne und Meer – was braucht man mehr?

Sonnenuntergang und Bars – Nachtleben auf Borkum

Der Tag neigt sich langsam den Ende zu. Die untergehende Sonne taucht die Insel in goldenes Licht. Der Sonnenuntergang am Hauptstrand ist der perfekte Abschluss für den Tag auf Borkum.

Abendstimmung auf Borkum.
Abendstimmung auf Borkum.
In der untergehenden Sonne wird der Hauptstrand ruhig.
In der untergehenden Sonne wird der Hauptstrand ruhig.

Auf der Sonnenterasse in Rias Beach Bar Blick auf das Meer warten wir auf den Höhepunkt des Tages: Mit Live-Musik aus dem Strandpavillon schauen wir dabei zu, wie der goldene Himmelkörper in das Meer eintaucht und unseren Tag auf der Nordseeinsel Borkum beendet.

Mit Burger und Bier warten auf die große Show: den Sonnenuntergang.
Mit Burger und Bier warten auf die große Show: den Sonnenuntergang.
Perfektes Licht für den perfekten Sonnenuntergang am Meer.
Perfektes Licht für den perfekten Sonnenuntergang am Meer.
Buntes Licht, klassische Klänge und moderne Klassiker - der Musikpavillon untermalt den Sonnenuntergang musikalisch.
Buntes Licht, klassische Klänge und moderne Klassiker – der Musikpavillon untermalt den Sonnenuntergang musikalisch.
Nach Sonnenuntergang setzt der Musikpavillon farbige Akzente am Strand - der Abend ist noch lange nicht vorbei!
Nach Sonnenuntergang setzt der Musikpavillon farbige Akzente am Strand – der Abend ist noch lange nicht vorbei!

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