Auf den Spuren des Ponyexpress quer durch den Westen – Nevada. USA 2014

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Acht Stunden Auto fahren

Mit 500 Meilen hatten wir uns für diesen Tag eine ordentliche Strecke vorgenommen. Laut Google Maps sollten wir ganze achteinhalb Stunden unterwegs sein. Pünktlich um 7.30 Uhr verließen wir somit das Motel. Wir erwarteten uns nicht viel von dem Tag, dachten es ginge eigentlich nur durch die Steppe.

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Geisterstadt am Wegesrand

Keine unnötigen Stopps war die Devise, welche wir schon nach 20 Meilen ignorierten. Die ausgeschilderte Geisterstadt Old Irontown konnte ich als Ghosttown-Fan einfach nicht links liegen lassen. Der kleine State Park befand sich etwa zehn Meilen ab von der Strecke hinter einer kleinen Siedlung. Von der riesigen Stadt mit mehreren 10 000 Einwohnern waren nur ein paar Grundmauern geblieben.

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Leider etwas enttäuschend. Ich glaube der Besuch der Geisterstadt Garnet in Montana hat mich für jede andere Geisterstadt ignorant gemacht. Also wieder on the road again.

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Mitten durch die endlose Steppe

Es folgten 200 Meilen lang Steppe, kleine Siedlungen, Berge am Horizont bis nach Ely. Wir waren schon sehr weit gekommen und dachten, schauen wir uns doch mal die historische Stadt Ely an. An einer Tankstelle bekamen wir eine Broschüre mit Touristeninformationen. Nach kurzem Durchblättern begeisterten wir uns sofort für drei Ghosttowns auf der Strecke nach Osten, die als Bergarbeiterstädte innerhalb von ein paar Jahren über 10 000 Einwohner hatten und nach kurzem Rausch verlassen wurden.

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In Richtung unseres neuen Ziels bereisten wir den Highway 50 – Americas Loniest Highway. Im Gegensatz zu anderen Strecken gab es tatsächlich nur sehr wenige Siedlungen entlang der Straße, aber die Landschaft machte die Fahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Auf der endlosen Steppe sahen wir dunkle Wolkenfronten und schneebedeckte Berge in der Ferne.

Die drei Ghosttowns mussten wir leider streichen, da wir mit unserem Nissan Sedan keine Dirtroads fahren konnten. Langsam stieg die Straße immer mehr an und erster Schnee zeigte sich am Straßenrand. Wir gerieten mitten in einen Schneesturm auf 8 000 Fuß Höhe kurz vor Austin.

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Mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit und Herzrasen wegen unseren Sommerreifen auf glatter Fahrbahn retteten wir uns in Austin in ein kleines Straßencafé für Biker. Zusammen mit uns trafen zwei Motoradfahrer ein, die auch von dem Sturm überrascht worden waren. Bei mittlerweile minus zwei Grad inmitten einer winterlichen, schneebedeckten Landschaft genossen wir einen heißen Kaffee und eine Zimtrolle. Die Bedienung sagte uns, dass das Wetter hinter Austin wieder besser werden würde. Pech für die Motorradfahrer, sie mussten erst noch über die Bergkette fahren.

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Mit den guten Nachrichten im Gepäck ging es für uns weiter durch die alte Bergbaugegend. Die kleinen Städte, die wir passierten, waren alle sehr heruntergekommen und viele Geschäfte verlassen. An manchen Gebäuden zeigte sich noch der Glanz alter Tage.

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Wir folgten nun der alten Pony-Express-Route, die für eine kurze Zeit im 19. Jahrhundert den Briefverkehr bis nach Sacramento garantierte. Die Landschaft war wieder steppenartig mit stark bedecktem Wolkenhimmel. Alle paar Meilen wies ein Schild auf eine Haltestelle des Ponyexpress hin.

Am Sand Spings State Park ließen wir uns zu einem weiteren Stopp hinreißen und wateten durch den feinen Sand des Basins, in dem wir uns nun befanden, zur Ruine einer Pony Express Station hin. Leider war dies nur noch in Grundmauern zu erkennen. Die Attraktion des State Parks war zugegebenermaßen auch eher eine riesige Wanderdüne aus feinstem Sand auf deren Vorfeld man Quad fahren kann. Nachdem wir uns kurz die Füße vertreten hatten, brachen wir zu unserer letzten Etappe nach Fallon auf.

Vorbei an einem meilenlangen Salz-Abbaugebiet in der flachen Ebene erreichten wir gegen Abend die Kleinstadt Fallon. Wie viele Orte der Gegend ist Fallon landschaftlich geprägt und wirkt eher verlassen.

Ein kurzer Spaziergang durch die alte Mainstreet zeigte neben historischen Verwaltungsgebäuden vor allem geschlossene Geschäfte. Unserem geplanten Kinobesuch wurde durch die Angestellte an der Rezeption des örtlichen Motel 6 auch ein Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir boykottieren alle das Kino hier. Es ist alt, schäbig und nicht sauber. Sie sollten dort auch nicht hingehen, wir wollen durch den Streick eine Renovierung der Säle erreichen!“ Unfreiwillig teil einer Protestaktion geworden besichtigten wir das offensichtlich einzige Highlight der Stadt – den Walmart. Zufrieden mit einem Ben & Jerrys Eis zum Abendbrot beendeten wir den Tag.

 

 

Unterkunft

Motel 6 Fallon (2 Queensize-Betten 30 $ p.P.)

** von ***** Sternen

Essen 

Ben & Jerrys: Everything

***** von ***** Sternen

Wetter

16°C Flachland bis -2°C in den Bergen

Ausgaben

29 $ Quality Inn Page

25 $ Tanken

4 $ Kaffee

13 $ Einkaufen

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