Auf den Spuren der Amish – Lancaster Country. USA 2016

Unseren letzten Tag auf der Reise, bevor es in den Big Apple ging, verbrachten wir entspannt im idyllischen Gebiet der Amishen. Nachdem es die Nacht durchgewittert hatte, begrüßte uns eine strahlende Morgensonne.

 
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In dem kleinen Pavillon vor dem Motel aßen wir unser Frühstück. Was auf der Reise an die Westküste die Waffeln zum Selber machen waren, sind an der Ostküste die Aufbackbagel. Leider sind sie etwas geschmacklos, aber mit etwas Marmelade geht es 🙂

Katharina wollte erstmal zum Waschen und Packen im Motel bleiben. Also zog ich allein zum Amish Farm House, einer kleinen Museumsfarm über das historische und moderne Leben der Amishen, los.

 
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Ich strich etwa eine halbe Stunde über das Gelände bis die Führung durch das Haus losging. Rund um die Farm sind viele Tiere wie Esel, Truthähne und Lamas zu sehen.

 
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Man kann auch Handwerken, wie einem Schmied bei der Arbeit zusehen. Die Führung führte einmal durchs ganze Farmhouse. Unsere Guide gab uns vielen Erklärungen zu den modernen Amish.

Entgegen meiner durchs Fernsehen geprägten Meinung leben diese nämlich gar nicht wie im 17. Jahrhundert. Es gibt Strom und Smartphones – ich hatte schon das Gefühl, dass sie sich ein bisschen um die strengen Vorschriften drumrum mogeln. Strom darf zum Beispiel durch Generatoren erzeugt werden und viele Amish haben ganz normale Bürojobs mit Computern.

 
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Auch wenn man auf den Straßen viele Kutschen sieht, dürfen sie sich in Autos kutschieren lassen. Lediglich die Kleidervorschriften sind immer noch sehr streng.

Nach dem Museumsbesuch überfiel ich den benachbarten Target und suchte meine Süßigkeiten-Mitbringsel zusammen. … außerdem musste ich natürlich den an diesem Tag erscheinenden neuen Harry Potter kauften 🙂 Die Amishen kaufen übrigens auch ganz normal im Supermarkt ein.

 
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Das Kloster in Ephrata nur dreißig Minuten von Ronks entfernt, ist historisch einzigartig. Ein Eberbacher Reformator scharte hier im 18. Jahrhundert eine Gruppe von Gläubigen um sich und gründete dieses protestantische Kloster.

 
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Nach einer schönen Fahrt durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend vorbei an Kutschen, Amishjungen mit Rollern und Fußgängern (ganz ungewohnt in den USA) wurden wir bei Betreten des Klosters gleich zur soeben gestarteten Führung weitergescheucht.

 
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Unser Volunteer, der mit der deutsch sprechenden Kassenwärterin verheiratet ist, entführt uns in das Klosterleben vor über 300 Jahren. Hier lebten einst protestantische Mönche und Nonnen, die der Lehre des Reformierten Bließels aus Eberbach am Neckar folgten. Beide Geschlechter lebten in getrennten Häusern.

 
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Die große Küche wurde einfach in der Mitte durch eine Wand getrennt. Leider weiß man heute nicht viel über ihr Leben, da sie nichts aufzeichneten. Denn sie glaubten daran, dass Jesus noch zu ihren Lebzeiten in die Welt treten würde).

 
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Als Historikerin war ich absolut begeistert von dieser einzigartigen Institution. Überall an den Wänden der Klostergebäude waren deutsche Bibelzitate angebracht. Reformator Bließel entwickelte in dieser Abgeschiedenheit quasi eine eigene christliche Lehre.

 
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In einer eigenen Druckerei auf dem Gelände ließ er seine Schrift „Der Märtyrerspiegel“ drucken. Unser Volunteer gewährte uns auf Nachfrage einen exklusiven Besuch der Druckerei. Nachdem wir das weitläufige Gelände erkundet hatten, unterhielten wir uns im kleinen Museum des Klosters mit dem Guide und seiner Frau.

Beide singen in einem deutschsprachigen Chor und machen regelmäßig Austausche mit ihrer Nachbargemeinde in Eberbach. Bevor wir gefahren sind, haben wir dem liebevoll gestalteten Shop mit vielen Büchern und Handmade-Products.

 
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Obwohl meine Reisekasse schon deutlich ausgedünnt war, musste ich einen der handgefertigten Sterne für 15 Dollar mitnehmen 🙂

Auch dieser Sommertag schloss abends mit Sturm und Regen ab. Da wir gelesen hatten, dass das Essen in New York ziemlich teuer sein sollte, gönnten wir uns diesen Abend nochmal die volle Ladung Fast Food.  

 
Kosten und Organisation
 
 

36 $ Ü Old Amish Inn

30 $ Target Mitbringsel und Harry Potter

8,50 $ Eintritt Amish Farm House

16 $ Stern Ephrata

10 $ Eintritt Ephrata

6 $ Taco Bell

4 $ Dunkin Donuts

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Summe 115,50 $

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